Damit hatten die wenigsten gerechnet: Am Donnerstag (6. Februar) hob die tschechische Zentralbank den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent an, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Die obersten Währungshüter begründeten den Schritt mit den nationalen Verbraucherpreisen, die jüngst um drei Prozent gestiegen waren. "Getrieben wird die inländische Teuerung vor allem durch den engen Arbeitsmarkt", erklärt Bernhard Matthes, Anlageprofi bei der Bank für Kirche und Caritas. Tschechien wies zuletzt die niedrigste Arbeitslosenquote aller EU-Länder aus.

Mit der Entscheidung weicht die tschechische Notenbank erneut von der Linie der führenden Zentralbanken ab. Sowohl die US-amerikanische Federal Reserve (Fed) als auch die Europäische Zentralbank (EZB) setzen seit längerem auf eine lockere Geldpolitik, weil sie sich um die Konjunktur sorgen. "Der Zinsschritt zeigt erneut, dass die tschechische Notenbank eine von global nur noch wenigen verbliebenen Zentralbanken ist, die eine stabilitätsorientierte Politik verfolgen", sagt Matthes. Ihre Zinspolitik stehe damit in direkter geldpolitischer Tradition der Bundesbank.

Krone so stark wie seit 2012 nicht mehr
Die Tschechische Krone wertete in Folge des überraschenden Zinsschritts deutlich auf und legte am Donnerstag gegenüber dem Euro um 0,6 Prozent zu. Ein Euro war damit zeitweise für weniger als 25 Kronen erhältlich, berichtet die FAZ. Für die tschechische Währung ist es das stärkste Niveau seit 2012. (fp)