Bitcoin ist gestiegen, obwohl zunehmende Sorgen über einen länger andauernden Krieg im Iran die Ölpreise nach oben trieben und Aktien- sowie Anleihemärkte unter Druck setzten. Die älteste Kryptowährung legte am Montagmorgen (9.3.) leicht zu und wurde bei rund 67.700 US-Dollar gehandelt. Auch kleinere Token wie Ether und Solana verzeichneten Gewinne.

Aktienmärkte in Asien und Europa gerieten unter Druck, nachdem der Ölpreis über die Marke von 100 Dollar je Barrel gestiegen war und damit Befürchtungen über eine mögliche Inflationskrise schürte. Auch US-Staatsanleihen wurden verkauft, wobei die Rendite zehnjähriger US-Treasuries ein Ein-Monats-Hoch erreichte.

Skepsis hält an
Die vorsichtige Stimmung, die die Kryptomärkte seit dem Preiseinbruch im Oktober prägt, hat sich jedoch nicht aufgelöst. Das 24-Stunden-Put-Call-Verhältnis für Bitcoin-Optionen an der auf den Handel mit Derivaten spezialisierten Kryptobörse Deribit liegt bei 1,3 und signalisiert weiterhin eine starke Nachfrage nach Absicherungen gegen fallende Kurse.

"Wir sehen ein erhöhtes Risiko weiterer Verkäufe bei Kryptowährungen, da institutionelle Investoren angesichts fallender Schlüsselwerte gezwungen sind, ihre Hebelpositionen zu reduzieren", schrieb Alex Kuptsikevich, Chef-Marktanalyst beim Online-Broker Fxpro, in einer Mitteilung vom Montag.

ETF-Abflüsse belasten Stimmung
Der fehlende Glaube an eine nachhaltige Aufwärtsbewegung im Kryptomarkt zeigt sich auch in den Kapitalflüssen börsengehandelter Fonds. Diese drehten zum Ende der vergangenen Woche erneut ins Negative.

Seit November verzeichneten in den USA gelistete Spot-Bitcoin-ETFs laut von der Nachrichtenagentur "Bloomberg" zusammengestellten Daten Nettoabflüsse von fast sechs Milliarden Dollar.

Weniger gehebelte Positionen
Die relative Stärke von Bitcoin im Vergleich zu anderen Risikoanlagen zeige, dass es nur noch wenige stark gehebelte Long-Positionen gebe, sagte Damien Loh, Chief Investment Officer bei der in Singapur ansässigen Investment- und Private-Equity-Gesellschaft Ericsenz Capital.

Hayden Hughes, Managing Partner bei dem auf Kryptowährungen spezialisierten Investmentmanager Tokenize Capital, sieht bei 64.000 Dollar das nächste wichtige Abwärtsniveau für Bitcoin. Sollte diese Marke unterschritten werden, liege die nächste Unterstützung bei 61.000 Dollar. Auf der Oberseite sieht er bei 68.000 Dollar den nächsten Widerstand. (mb/Bloomberg)