Die Preise von Öl und Erdgas sind in die Höhe geschnellt, nachdem die USA im Konflikt mit dem Iran beschlossen haben, die Straße von Hormus zu blockieren. Zuvor waren Gespräche zwischen Washington und Teheran am Wochenende ohne Einigung geblieben. Dies verschärft die globale Energiekrise.

Die Nordsee-Ölsorte Brent legte im frühen Montagshandel (13.4.) zeitweise bis zu 9,1 Prozent zu und näherte sich der Preismarke von 104 Dollar pro Barrel. Europäische Gas-Futures kletterten zeitweise um fast 18 Prozent.

Das US-Zentralkommando teilte mit, dass die US-Streitkräfte die Blockade ab 16 Uhr (MEZ) am Montag in Kraft setzen. Sie gilt für alle Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen.

Trump kündigt hartes Vorgehen an
Der Krieg im Nahen Osten hat die globalen Energiemärkte in Aufruhr versetzt. Steigende Preise drohen, die Inflation anzuheizen und zugleich das Wirtschaftswachstum zu bremsen. Raffinerien und Händler weltweit bemühen sich mit Dringlichkeit um sofort verfügbare Rohöl-Ladungen, da sich das physische Angebot verknappt.

US-Präsident Donald Trump erklärte vor Reportern, die Blockade werde "sehr effektiv" sein. Zuvor hatte er mit Vergeltung gedroht, falls Teheran Widerstand leistet. Neben der Blockade prüfen der US-Präsident und seine Berater laut einem Bericht des "Wall Street Journal" auch die Wiederaufnahme begrenzter Angriffe.

Sorge vor geopolitischer Eskalation
"Das bringt ein enormes zusätzliches Risiko ins Spiel", sagte Michael Ratney, ehemaliger US-Botschafter in Saudi-Arabien, im Gespräch mit "Bloomberg TV". Da ein Teil der Öllieferungen für China bestimmt sei, stelle sich die Frage: "Wird die US-Marine diese blockieren und damit eine Krise in den Beziehungen zwischen den USA und China auslösen?"

Nach vorläufigen, von "Bloomberg" zusammengestellten Tanker-Verfolgungs-Daten hat der Iran im März weiterhin Rohöl und Kondensat aus dem Persischen Golf exportiert. Wichtigstes Zielland war China, obgleich die Lieferungen im Vergleich zum Vormonat zurückgegangen sind. (mb/Bloomberg)