Trump befeuert Abverkauf: Dollar setzt Talfahrt fort
Der US-Dollar fällt weiter, während Gold und Silber neue Rekorde markieren. Aussagen aus dem US-Finanzministerium konnten die Zweifel der Märkte an einer stabilen Dollar-Politik nur kurzzeitig dämpfen.
Der US-Dollar hat seinen Abwärtstrend nach einer kurzen Erholung wieder aufgenommen. Die Rückkehr des sogenannten "Debasement Trades" überwog die Beteuerungen von US-Finanzminister Scott Bessent, wonach die Politik eines starken Dollar weiterhin Bestand habe.
Der "Bloomberg"-Index für die US-Währung fiel um 0,3 Prozent, während Edelmetalle wie Gold und Silber ihre Rekordrallys fortsetzten. Der Dollar habe sich seit einiger Zeit nicht mehr wie ein sicherer Hafen verhalten, da Investoren greifbare Zufluchtswerte wie Edelmetalle bevorzugten, sagte Jeffrey Gundlach, Chef von Doubleline Capital, im Interview mit "CNBC".

Bessent verteidigt Politik des starken Dollar
Bessent hatte den schwächelnden Greenback am Mittwoch (28.1.) gestützt und erklärt: "Die USA verfolgen seit jeher eine Politik des starken Dollar." Am Vortag hatte US-Präsident Donald Trump einen Ausverkauf der Währung ausgelöst, als er andeutete, er sei mit dem Rückgang des Dollar zufrieden, da dieser gut für US-Unternehmen sei.
"Bessent legt mit seinen Dollar-Kommentaren eine gewisse strategische Unklarheit an den Tag", sagte Damien Loh, Chief Investment Officer bei Ericsenz Capital. "Eine umfassende Politik des schwachen Dollar, wie sie Trump anfänglich befürwortete, könnte sich verselbstständigen und außer Kontrolle geraten, daher versuchte er, dies abzumildern, obwohl ich immer noch glaube, dass sie eine allmähliche Dollar-Schwächung anstreben."
"Debasement Trade" kehrt zurück
Der Rückgang des Dollar im vergangenen Jahr ist als "Debasement Trade" bekannt geworden. Dabei handelt es sich um eine Wette auf einen langfristigen Verlust der Kaufkraft der Währung angesichts von Sorgen über unberechenbare Politik, nicht nachhaltige Haushaltsdefizite und eine zunehmende Abschottung der USA.
Der "Bloomberg"-Dollar-Index ist in diesem Jahr um mehr als zwei Prozent gefallen, nachdem er 2025 um 8,1 Prozent nachgegeben hatte. US-Staatsanleihen gaben über die gesamte Laufzeitenkurve hinweg nach, angeführt von längeren Laufzeiten. Die Rendite 30-jähriger Anleihen stieg um drei Basispunkte auf 4,89 Prozent.
Starker Dollar laut Experten weiter wichtig
"Die USA verfolgen seit jeher eine Politik des starken Dollar", sagte Bessent und fügte hinzu, dass dies bedeute, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen.
"Insgesamt sind wir der Ansicht, dass eine Politik des schwächeren Dollar wahrscheinlich mehr Schaden als Nutzen anrichten wird", sagte Rodrigo Catril, Währungsstratege bei der National Australia Bank. "Die USA sind auf die Großzügigkeit ausländischer Investoren angewiesen, um ihr Haushaltsdefizit zu decken. Exporteure können zwar von einem schwächeren Dollar profitieren, reagieren aber im Allgemeinen nicht so preissensibel. Die Stabilität des US-Staatsanleihenmarktes ist daher deutlich wichtiger." (mb/Bloomberg)















