Trotz Trump: Fondsgiganten setzen weiter auf US-Aktien
Obwohl die geopolitische Lage angespannt ist und Donald Trumps Kurs für Unruhe sorgt, erhöhen große Vermögensverwalter wie Invesco und Fidelity ihre Positionen in risikobehafteten Anlagen. Der Fokus liegt auf US-Tech-Werten, Asien und Schwellenmärkten – aus Kalkül und Pragmatismus.
Einige der weltweit führenden Investmentgesellschaften wie Invesco, Fidelity und J.P. Morgan Asset Management erhöhen ihr Engagement in Risikoanlagen. Besonders gefragt: US-Technologiewerte, Schwellenländeraktien und lokal denominierte Anleihen – trotz globaler Unsicherheiten.
"Trump-Put" als stiller Markttreiber
Zwar befürchten viele Marktteilnehmer erneute Handelsstörungen durch Donald Trump, doch überwiegt offenbar die Erwartung, dass der US-Präsident notfalls wieder einlenken wird.

"Die Menschen sind wirklich davon überzeugt, dass es einen Trump-Put gibt", sagt Chang Hwan Sung, Multi-Asset-Portfoliomanager im Investment-Solutions-Team von Invesco in Hongkong. "Während wir durch diese Unsicherheit navigieren, werden wir sehr wahrscheinlich risikofreudiger werden."
Asien & Co. im Fokus
Die Annahme, dass Trumps Volatilität wirtschaftlichem Pragmatismus weicht, führt zu Optimismus bei globalen Lieferketten. Invesco setzt auf US-Gewinne, fokussiert sich aber verstärkt auf Europa und Schwellenländer. Besonders attraktiv: koreanische Aktien angesichts angekündigter Corporate-Governance-Reformen.
Anleihen aus Schwellenländern im Aufwind
Invesco stockt auch seine Bestände an Schwellenländeranleihen in lokaler Währung auf. "Wir bevorzugen hochverzinsliche Anleihen aus Indonesien und Ländern mit hohen Zinsen", sagt Sung. Erwartete Zinssenkungen in den USA könnten hier zusätzlichen Schub bringen.
Fidelity gewichtet taiwanesische Aktien über – wegen der starken Tech-Konzentration. "Taiwan ist wahrscheinlich eine der besten Möglichkeiten, um vom Aufschwung des Technologiezyklus zu profitieren", erklärt Ian Samson, Multi-Asset-Fondsmanager bei dem Vermögensverwalter in Singapur. Besonders die GPU-Exporte seien "einfach unglaublich". Auch koreanische Aktien seien wegen ihrer günstigen Bewertungen attraktiv.
Bei Risikoanlagen bleibt Fidelity differenziert. Wegen enger Renditespreads gegenüber US-Staatsanleihen ist man bei Investment-Grade- und High-Yield-Bonds vorsichtig. Stattdessen setzt man auf Gold als Absicherungsinstrument.
KI bleibt Wachstumsmotor
J.P. Morgan AM bleibt optimistisch für Mid-Cap-Techwerte in den USA. "Die Einführung von KI hat noch viel Potenzial", sagt Kerry Craig, Investmentstratege bei dem Unternehmen in Melbourne.
Auch HSBC Holdings bleibt US-Aktien gegenüber positiv gestimmt. "Die Leute unterschätzen den positiven Rückenwind durch den schwächeren Dollar", sagt Max Kettner, Multi-Asset-Stratege bei HSBC in London. Die negativen Effekte von Zöllen auf Unternehmensgewinne würden überschätzt. (mb/Bloomberg)




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