Japans Netto-Auslandsvermögen stiegen Ende 2025 auf ein Allzeithoch von 561,8 Billionen Yen (rund 3 Bio. Euro), wie aus am Dienstag (26.5.) veröffentlichten Daten des japanischen Finanzministeriums hervorgeht. Trotz des Anstiegs ist Japan nur noch die drittgrößte Gläubigernation der Welt. China rückte auf Platz zwei vor, nachdem dessen Netto-Auslandsvermögen schneller auf 636,3 Billionen Yen geklettert waren.

Der Wechsel erfolgte ein Jahr, nachdem Japan seine Position als größte Gläubigernation der Welt erstmals seit 34 Jahren an Deutschland verloren hatte. Deutschland blieb 2025 mit 675,5 Billionen Yen an der Spitze.

Zweifel am Status des Yen
Japans über Jahrzehnte führende Position als Gläubigernation galt in der Vergangenheit als einer der Faktoren, die den Status des Yen als sicherer Hafen erklärten. Angesichts des derzeitigen Kursverfalls der Währung, die sich nahe ihrem tiefsten Stand seit Jahrzehnten befindet, erscheint dieser Status jedoch weniger eindeutig.

"Unabhängig von der Rangfolge bleibt Japans Netto-Auslandsvermögensposition enorm", sagte Daisuke Karakama, Chef-Marktökonom der Mizuho Bank. "Die Frage ist, ob das Halten einer so großen Menge an Vermögenswerten im Ausland in der heutigen, deutlich weniger friedlichen Welt noch positiv gesehen wird."

Leistungsbilanzüberschüsse treiben China und Deutschland
Das Netto-Auslandsvermögen eines Landes entspricht dem Wert der von Inländern gehaltenen Auslandsvermögen abzüglich der von Ausländern gehaltenen inländischen Vermögenswerte, bereinigt um Währungsschwankungen. Die Kennzahl spiegelt grob die über die Zeit kumulierten Leistungsbilanzsalden wider.

Das Ministerium erklärte, die stärkeren Positionen Deutschlands und Chinas spiegelten größere Leistungsbilanzüberschüsse wider, die vor allem vom Handel getragen würden. Zugleich spiegele das langsamere Wachstum von Japans Nettovermögensposition auch einen Anstieg des Werts inländischer Vermögenswerte wider, die von ausländischen Investoren gehalten werden, insbesondere da japanische Aktienkurse anzogen und die Verbindlichkeiten in die Höhe trieben. (mb/Bloomberg)