Trotz Mega-Rally: Warum Amundi weiter auf Gold setzt
Gold profitiert laut Amundi von der wachsenden Isolation der USA, hohen Defiziten und Zweifeln an der künftigen Geldpolitik. Immer mehr Investoren ziehen sich aus Dollar-Anlagen zurück und suchen Schutz im Edelmetall.
Gold könnte seine Rally fortsetzen, da die zunehmende Isolation der USA gegenüber anderen Staaten viele Investoren dazu veranlasst, ihre Bestände an US-Dollar-Anlagen zu reduzieren und stattdessen in Gold umzuschichten. Das erklärte Amundi.
Der Übergang weg vom Greenback hin zum Edelmetall werde zudem durch hohe US-Haushaltsdefizite sowie offene Fragen zur künftigen Geldpolitik der Federal Reserve begünstigt, sagte Vincent Mortier, Investmentchef beim größten europäischen Vermögensverwalter, in einem Interview mit "Bloomberg Television".
Schutz vor Geldentwertung
"Wir haben seit zweieinhalb Jahren Gold allokiert, und ich denke, das kann so weitergehen, weil Gold langfristig ein sehr guter Schutz gegen Geldentwertung und ein gutes Mittel ist, Kaufkraft zu erhalten", sagte Mortier.
Gold steuerte am Dienstag (27.1.) auf den siebten Gewinntag in Folge zu, nachdem der Preis am Montag erstmals die Marke von 5.000 Dollar je Feinunze überschritten hatte. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate ist der Goldpreis um 85 Prozent gestiegen, während der "Bloomberg"-Dollar-Index um 8,5 Prozent gefallen ist.
Ein großer Teil der Nachfrage nach Gold stammt laut Mortier von institutionellen Investoren wie Zentralbanken und Staatsfonds. Amundi verwaltet nach eigenen Angaben Vermögen in Höhe von rund 2,3 Billionen Euro.
Geopolitik belastet Vertrauen in den Dollar
Das harsche Auftreten von US-Präsident Donald Trump gegenüber traditionellen Verbündeten, darunter der jüngste Streit mit europäischen Staaten über Grönland, sowie die anhaltenden Zolldrohungen des Präsidenten würden ihren Preis haben, sagte Mortier.
"Man kann seine Verbündeten nicht auf Dauer so schikanieren", sagte er. "Es entstehen neue Allianzen. Die Haltung Europas in der Grönland-Frage ist durchaus interessant und zeigt, dass unter Druck neue Formen der Gegenwehr entstehen können." Der kanadische Premierminister Mark Carney hatte in der vergangenen Woche beim Weltwirtschaftsforum in Davos dazu aufgerufen, dass sogenannte mittlere Mächte enger zusammenarbeiten. In einer deutlichen Botschaft warnte er vor Zwangsausübung durch Großmächte.
"Absicherung für alles"
Ein überzeugendes Argument für Investitionen in andere große Währungen sieht Mortier derzeit nicht. "Heute möchte man vielleicht keine Euro kaufen, der Renminbi ist womöglich zu früh, und der japanische Yen steht unter Druck – also bleibt Gold als Alternative", sagte er. "Das beobachten wir sehr häufig bei unseren Kunden."
Laut dem weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock ist Gold für Anleger auch bei einem Preis von über 5.000 Dollar weiterhin attraktiv, um Portfolios zu diversifizieren. "Es festigt sich gewissermaßen als Absicherung für alles", sagte Ursula Marchioni, Leiterin Investment und Portfolio Solutions für EMEA bei Blackrock, diese Woche in einem Interview mit "Bloomberg Television". (mb/Bloomberg)














