Schulden für Konsumgüter aufnehmen oder das Konto überziehen – die Hemmschwelle dafür sinkt enorm: 22 Prozent der Österreicher sagen derzeit, sie haben einen Konsumkredit laufen. Im Vorjahr waren es nur 16 Prozent – ein Plus von über einem Drittel. Das zeigt eine Untersuchung der ING Diba, für die 1.000 Österreicher repräsentativ danach befragt wurden, wie es um ihre privaten Schulden (ohne Hypothekarkredite) steht. Die Zuwächse finden vor allem im Bereich bis sechs Monatsgehälter statt.

Noch deutlicher wird der Trend, wenn man die Gesamtsituation betrachtet und zu den expliziten Konsumkrediten und Kontoüberziehungen auch private Ausleihungen oder Händlerkredite und Kreditkartenschulden dazuzählt. Dann ist fast jeder Zweite verschuldet. Gab es im Vorjahr einen Rückgang, ist der Anteil jener, die angaben, privat verschuldet zu sein, um neun Prozent auf insgesamt 49 Prozent gestiegen. "Der Run auf Fixzinskredite ist enorm. Bei der ING-Diba entscheiden sich 90 Prozent aller Kunden dafür", sagt Volker Panreck, General Manager der ING-Diba Austria.

"Intransparenz bei Kreditkonditionen"
In Österreich steigen zahlreiche Banken in das Konsumkreditsegment ein. Dass die FMA den Bereich unter die Lupe nehmen will, verwundert bei der ING Diba Austria nicht: "Wir sehen, dass es in Österreich im Vergleich zu anderen Märkten eine mangelnde Transparenz gibt, wie die Kreditkonditionen in der Werbung dargestellt werden", sagte ein Sprecher der ING Diba Austria gegenüber FONDS professionell ONLINE. Das Unternehmen habe dazu eine Studie beauftragt.

Werbezinssätze würden oft nur für Kunden mit bester Bonität gelten. Für die anderen gebe es sehr viel höhere Zinsen und versteckte Gebühren, meint auch Panreck in einer Aussendung. Die positive Wirtschaftsstimmung und historisch niedrige Zinsen würden mehr Mut für neue Anschaffungen in den Haushalten machen. Trotz der günstigen Rahmenbedingungen sollten Kreditnehmer aber mit Bedacht vorgehen, um nicht in der Schuldenfalle zu landen, so Panreck. (eml)