Die Schweiz bemüht sich, ihr traditionellers Image als Schwarzgeld-Paradies endgültig abzustreifen. "In der Schweiz kann kein Ausländer mehr Geld in einer Bank verstecken. Es gibt kein ausländisches Schwarzgeld mehr in der Schweiz", erklärte Herbert Scheidt, Verwaltungsrat bei Vontobel und Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung, laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Die Eidgenossenschaft hat nicht nur das Bankgeheimnis für Ausländer aufgehoben, sondern nimmt auch am internationalen Austausch von Steuer-Informationen teil, der Ende September anlaufen soll.

Die Vergangenheit wirft einen langen Schatten. So wurden jüngst zwei Schweizer Banken von früheren Schwarzgeld-Skandalen eingeholt: Die Kantonalbanken in Zürich und Basel einigten sich im August mit dem US-Justizministerium auf die Zahlung von 99 beziehungsweise 60 Millionen US-Dollar. Sie zahlen dafür, dass sie einst bereitwillig und in großem Umfang unversteuertes Geld von US-Kunden angenommen hatten. Die Basler Kantonalbank hatte nach einem Bericht der "Handelszeitung" sogar ganz aggressiv um "steuervermeidungswillige" US-Kunden geworben.

Die EU ist auch nicht besser
Schweizer Banken arbeiten vergangene Verfehlungen auf. Institute in Nachbarländern dürften das ebenfalls nötig haben, schreibt das Portal finews.ch. Mittlerweile hat nämlich die EU ein massives Schwarzgeld-Problem.

So soll die Danske Bank einem Untersuchungsbericht von Zentralbanken und Aufsichtsbehörden zufolge bis zu 30 Milliarden Dollar Schwarzgeld über Tochterfirmen gewaschen haben. Das Geld soll zum Teil noch aus der ehemaligen Sowjetunion stammen. Auch die niederländische ING-Gruppe hat zuletzt mit Geldwäsche-Vorwürfen für Schlagzeilen gesorgt – über die nun ihr Finanzchef stolperte: Koos Timmermans werde noch solange im Amt bleiben, bis ein Nachfolger gefunden sei, teilte die ING vor Kurzem mit. Der 58-Jährige war seit 2017 Finanzvorstand es Konzerns. (fp)