Michael Burry warnt vor einer sich selbst verstärkenden "Todesspirale" bei Bitcoin – mit dauerhaften Schäden für Unternehmen, die im vergangenen Jahr erhebliche Bestände an der Kryptowährung aufgebaut haben.

In einem "Substack"-Beitrag am Montag (2.2.) argumentierte der Investor, dass die Ur-Kryptowährung, die seit ihrem Höchststand im Oktober rund 40 Prozent eingebüßt hat, sich als rein spekulative Anlage entpuppt habe. Als Absicherung gegen Wertverluste habe sie – im Gegensatz zu Edelmetallen – versagt.

Gefahr von Zwangsverkäufen im Krypto-Ökosystem
Weitere Verluste könnten die Bilanzen der wichtigsten Halter rasch belasten, zu Zwangsverkäufen im gesamten Krypto-Ökosystem führen und einen großflächigen Wertverlust auslösen, so Burry. Bekannt wurde er durch seine Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise 2008, die später im Film "The Big Short" verfilmt wurde.

Strategy besonders verwundbar
"Widerwärtige Szenarien sind jetzt in Reichweite gerückt", schrieb Burry. Sollte Bitcoin um weitere zehn Prozent fallen, läge der Softwareanbieter Strategy von Michael Saylor mit Milliarden im Minus. Das Unternehmen mit den weltweit größten Kryptowährungs-Reserven in seiner Firmenkasse würde damit "praktisch keinen Zugang zum Kapitalmarkt mehr finden". Weitere Rückgänge, so Burry, würden Bitcoin-Miner in die Insolvenz treiben.

Bitcoin fällt unter 73.000 Dollar
Laut Daten der Kryptoplattform Coin Gecko ist der Gesamtwert des Kryptomarktes seit dem 29. Januar um 467,6 Milliarden Dollar eingebrochen. Am Dienstag (3.2.) fiel Bitcoin unter 73.000 Dollar – den niedrigsten Stand seit der Wiederwahl von Donald Trump Anfang November 2024. Trotz einer kryptofreundlichen US-Regierung und einer zunehmenden Akzeptanz durch institutionelle Anleger ist Bitcoin seit seinem Rekordhoch Anfang Oktober um rund 40 Prozent gefallen.

Analysten nennen für den Kurseinbruch unterschiedliche Gründe: nachlassende Zuflüsse, eine Verschlechterung der Liquidität sowie einen allgemeinen Verlust an makroökonomischer Attraktivität. Zudem wendet sich eine wachsende Zahl von kryptonahen Tradern von der Token-Ökonomie ab und verlagert sich auf Event-Wetten, da Prognosemärkte boomen.

Keine Reaktion auf klassische Krisentreiber
Bitcoin hat – anders als Gold und Silber, die auf Rekordstände gestiegen sind, als globale Spannungen die Furcht vor einer Entwertung des Dollar geschürt haben – nicht auf typische Treiber wie eine Schwäche des Dollar oder geopolitische Risiken reagiert. "Es gibt keinen substanziellen Grund, warum Bitcoin seinen Abstieg verlangsamen oder stoppen sollte", schrieb Burry.

Risiken für Unternehmens-Treasuries
Dass Unternehmen Bitcoin in ihre Treasuries aufgenommen haben und neue, an Krypto gekoppelte börsengehandelte Fonds aufgelegt wurden, reicht laut Burry nicht aus, um den Preis dauerhaft zu stützen oder verheerende Folgen bei einem dramatischen Einbruch zu verhindern. Nahezu 200 börsennotierte Unternehmen halten laut Burry Bitcoin.

Diese Entwicklung habe zwar die Nachfrage verbreitert, doch "an Treasury-Assets ist nichts dauerhaft", schrieb Burry. Die Vermögenswerte in den Treasuries müssen marktbewertet und in der Bilanz abgebildet werden. Sollte der Preis von Bitcoin weiter fallen, werden Risikomanager ihren Unternehmen raten, zu verkaufen, warnt Burry. (mb/Bloomberg)