Tech-Giganten und Medien: Trumps Investments werfen neue Fragen auf
Offenlegungen der US-Regierung zeigen umfangreiche Wertpapiergeschäfte von Donald Trump. Der US-Präsident kaufte und verkaufte im ersten Quartal Beteiligungen an zahlreichen Großkonzernen – darunter Nvidia, Microsoft, Amazon und Netflix.
US-Präsident Donald Trump hat im ersten Quartal eine Vielzahl von Aktien- und Anleihekäufen bei großen US-Unternehmen getätigt. Wie aus Offenlegungen seiner Finanzen hervorgeht, belief sich der Wert der Geschäfte auf mehrere zehn Millionen Dollar oder möglicherweise mehr.
Die Transaktionen, die in mehr als 100 Seiten umfassenden Dokumenten beim US Office of Government Ethics aufgeführt sind, nennen Käufe und Verkäufe nur in breiten Wertspannen. Im ersten Quartal kaufte der Präsident den Unterlagen zufolge Papiere im Wert von jeweils bis zu fünf Millionen US-Dollar von Unternehmen wie Nvidia, Oracle, Microsoft, Boeing und Costco. Die Dokumente wurden am Donnerstag (14.5.) veröffentlicht.
Keine genauen Angaben zur Anlageklasse
Unklar ist, wie viele der Transaktionen tatsächlich Aktien betrafen. Anders als Mitglieder des Kongresses muss Trump in seinen Meldungen die genaue Anlageklasse nicht angeben.
Der Präsident hat eine Reihe politischer Entscheidungen getroffen, die sich mit börsennotierten Unternehmen wie Nvidia überschneiden. Die für die Entwicklung künstlicher Intelligenz wichtigen Chips des Konzerns benötigen für Auslandsverkäufe eine Genehmigung der US-Regierung. Führungskräfte von Nvidia und Boeing gehörten zu einer US-Wirtschaftsdelegation, die Trump in dieser Woche auf einer Reise nach China begleitet hat.
Geschäfte mit Intel, Netflix und Paramount
Sechs von Trumps Geschäften betrafen Intel. Seine Regierung hatte im August eine Vereinbarung ausgehandelt, wonach sie für fast neun Milliarden Dollar einen Zehn-Prozent-Anteil an dem traditionsreichen Chiphersteller übernimmt.
Netflix und Paramount Skydance lieferten sich monatelang einen Wettbewerb um die Übernahme von Warner Bros Discovery, wobei beide Interessenten mögliche kartellrechtliche Bedenken auslösten. Trump tätigte Investitionen im Zusammenhang mit allen drei Unternehmen.
Im März kaufte er eine kleinere Beteiligung an Warner Bros. im Wert von mindestens 30.000 Dollar sowie im selben Monat eine Beteiligung an Paramount Skydance im Wert von mindestens 15.000 Dollar. Zudem meldete er 19 Transaktionen mit Bezug zu Netflix, darunter Verkäufe mit Werten zwischen 1.000 und fünf Millionen Dollar.
Weißes Haus verweist auf Vermögensverwalter
Das Weiße Haus hatte bei früheren Gelegenheiten erklärt, weder Trump noch Mitglieder seiner Familie träfen Anlageentscheidungen für ihn. Unabhängige Vermögensverwalter hätten Vermögenswerte im Rahmen von Strategien gekauft und verkauft, die anerkannte Indizes nachbilden, hieß es.
Das Weiße Haus verwies Fragen zu den jüngsten Offenlegungen an die Trump Organization, die auf eine nach regulären Geschäftszeiten versandte Anfrage zunächst nicht reagierte.
Die größten Verkäufe erfolgten am 10. Februar, als Trump Beteiligungen an drei Technologiekonzernen abstieß: Microsoft, Meta Platforms und Amazon.com in einer Größenordnung zwischen jeweils fünf Millionen und 25 Millionen Dollar. Zudem verkaufte er im Januar einen Anteil an einem Vanguard-ETF im Wert von mindestens fünf Millionen Dollar.
Kein "Blind Trust"
Anders als seine Vorgänger veräußerte Trump seine Vermögenswerte nicht und überführte sie auch nicht in einen "Blind Trust" unter unabhängiger Aufsicht. Sein weitverzweigtes Firmenimperium wird von zwei seiner Söhne geführt und ist in mehreren Bereichen tätig, die Überschneidungen mit der Politik des Präsidenten aufweisen. (mb/Bloomberg)















