"Taco"-Strategie: Mut im Crash zahlt sich für Amundi aus
Während viele Investoren wegen des Iran-Kriegs Risiken reduzierten, nutzte Amundi den Kursrückgang gezielt zum Einstieg. Die Strategie zahlt sich nun aus – gestützt durch eine Entspannung der geopolitischen Lage.
Amundi hat den Ausverkauf an den Aktienmärkten zum Einstieg genutzt – genau zu dem Zeitpunkt, als viele Investoren ihre Engagements aus Angst vor einer Eskalation im Iran-Krieg reduzierten. Diese Strategie hat sich ausgezahlt.
Die globalen Märkte legen am Mittwoch (8.4.) deutlich zu, nachdem ein kurzfristig ausgehandelter Waffenstillstand für zwei Wochen zustande kam und US-Präsident Donald Trump von seiner Drohung abrückte, massive Angriffe gegen den Iran zu starten. Der europäische Leitindex verzeichnete den stärksten Anstieg seit einem Jahr, und US-Futures signalisierten kräftige Gewinne an der Wall Street.
Erfolgreiche "Taco"-Strategie
"Wir waren bereits für ein 'Taco' positioniert", sagte Amélie Derambure, Senior-Multi-Asset-Portfoliomanagerin bei Amundi. Der Begriff steht für Situationen, in denen Trump von maximalistischen Positionen zurückweicht ("Trump Always Chickens Out"). Amundi ist mit einem verwalteten Vermögen von rund 2,38 Billionen Euro der größte Vermögensverwalter Europas.
Der US-israelische Krieg gegen den Iran hatte die Märkte zuvor stark belastet, die Ölpreise in die Höhe getrieben und Sorgen um das Wirtschaftswachstum ausgelöst. Der europäische Stoxx 600 verlor im März acht Prozent und verzeichnete damit den stärksten Monatsrückgang seit 2022, während der S&P 500 mehr als fünf Prozent einbüßte.
Aktienquote gezielt erhöht
"Wir haben unsere Aktienquote während des Ausverkaufs schrittweise erhöht, insbesondere in der vergangenen Woche, da die Positionierung aus unserer Sicht bereinigt war", erläuterte Derambure in einer Stellungnahme per E-Mail. Dabei habe das Unternehmen auch gezielt US-Aktien gekauft.
Auch andere Marktteilnehmer sehen Anzeichen für eine Stabilisierung. Das Aktienhandelsteam von JP Morgan erklärte, die Märkte hätten wahrscheinlich einen Boden gefunden, da die Vereinbarung darauf hindeute, dass die Unsicherheit über den Krieg ihren Höhepunkt erreicht habe. Strategen von Barclays erwarten zudem einen "kräftigen Short Squeeze", da Hedgefonds Absicherungspositionen auflösen, die sie gegen eine weitere Eskalation aufgebaut hatten.
Umschichtungen in KI-Aktien und Anleihen
Gleichzeitig berichteten einige der weltweit größten Vermögensverwalter, dass sie im Zuge der Waffenruhe verstärkt Anleihen und Aktien aus dem Bereich künstliche Intelligenz (KI) gekauft und den Dollar verkauft hätten – in der Erwartung, dass die durch den Krieg ausgelöste Unsicherheit ihren Höhepunkt überschritten hat. (mb/Bloomberg)















