Krisen in Argentinien und der Türkei, politische Unsicherheit in Brasilien, heftige Schwankungen bei italienischen Staatsanleihen – die vergangenen Wochen waren für Rentenanleger nicht gerade heiter. Immerhin: Anzeichen für einen Flächenbrand an den Anleihemärkten gibt es bislang nicht, sagt Quentin Fitzsimmons, Portfoliomanager bei T. Rowe Price. Der Anlageexperte sieht aber sehr wohl Negativ-Effekte für einzelne Märkte.

Während manche Anleihemärkte von den Unruhen völlig unberührt blieben, gerieten andere zuletzt massiv unter Verkaufsdruck. "Die Entwicklungen waren sehr spezifisch und erinnerten mehr an fallende Dominosteine als an eine systematische Krise, bei der alles unter Spannung steht", urteilt Fitzsimmons. Das zeigte sich vor allem in den aufstrebenden Volkswirtschaften: Während Länder wie Rumänien stabil blieben, verschlechterte sich die Lage etwa in Indonesien, Russland und Südafrika rapide.

Mexiko lockt mit tiefen Bewertungen
Der Anlageprofi hat in einzelnen Schwellenländern Einstiegschancen ausgemacht. Einige Länderrisiken sind nicht verhältnismäßig bewertet, erklärt er. Vor allem in Mexiko sieht Fitzsimmons Gelegenheiten für Rentenanleger. "Die Inflation dürfte sich abschwächen, und es ist möglich, dass sich die mexikanische Zentralbank im nächsten Jahr in Richtung eines Zinssenkungszyklus bewegt", sagt er. Neben den attraktiven Bewertungen sprechen auch die historisch weiten Spreads mexikanischer Lokalwährungsanleihen gegenüber US-Staatsanleihen für ein Engagement in Mexiko. (fp)