Anleger sollten das laufende Jahr nicht zu optimistisch angehen, sagt Fabrizio Quirighetti, Chefanlagestratege und Head of Multi-Asset bei Syz Asset Management. Die nachlassende Wachstumsdynamik und die straffere US-Geldpolitik mahnen zur Vorsicht. Ein Faktor dürfte im Jahr 2019 allerdings keine Bedrohung darstellen: die Inflation. Die scheint nämlich gut unter Kontrolle zu sein. Zum ersten Mal seit der Finanzkrise liegen die Renditen von US-Staatsanleihen über der Inflationsrate. Anleger in den USA müssen also nicht länger zusätzliche Risiken eingehen, um die Kaufkraft ihrer Ersparnisse zu erhalten.

Die auskömmlichen Staatsanleihe-Renditen wirken wie ein Magnet, erklärt Quirighetti: Sie ziehen Kapital von Vermögenswerten ab, die keine substanziell höheren Renditen erwarten lassen als ein liquides Einlagenkonto in US-Dollar. Auch in dieser Gemengelage bleiben Aktien attraktiv, betont der Experte. "Wir belassen bis auf weiteres Aktienrisiken in unseren Portfolios", sagt er. Schließlich haben sich die Bewertungskennzahlen zuletzt verbessert, und die Wachstumsaussichten sind zumindest solide.

Mit Gold und Anleihen gegen Schwankungen
Um Aktienmarktrisiken abzumildern und die Schwankungen des Gesamtportfolios unter Kontrolle zu halten, empfiehlt Quirighetti eine Mischung aus Gold und verzinslichen bargeldnahen Anlagen in US-Dollar oder Anleihen mit kurzer Laufzeit.

Die jüngste Marktkorrektur bereitet dem Anlageprofi kein Kopfzerbrechen. Der eigentliche Auslöser dafür war nicht die Sorge um den Handelskrieg, das Wirtschaftswachstum in China, den Brexit oder Italien, sagt er – sondern die Tatsache, dass Anleger nun auch wieder Renditen abseits des Aktienmarktes erzielen können. (fp)