Investoren haben zuletzt massiv Kapital aus europäischen Aktienfonds abgezogen. Viele Titel aus Europa mussten Kursverluste hinnehmen und sind derzeit so niedrig bewertet wie seit fünf Jahren nicht mehr. Für Investoren ist das eine gute Nachricht, sagt Juliana Auger, Kapitalmarkt-Strategin bei Syz Asset Management. "Die Marktunsicherheit bietet eine Chance, jetzt Aktien von Unternehmen zu erwerben, die von den Marktteilnehmern abgestraft wurden, obwohl sie auch weiterhin zu den Besten zählen", so Auger.

Einer der Gründe für diese Skepsis gegenüber europäischen Aktien waren der Kapitalmarkt-Strategin zufolge enttäuschende Wirtschaftsmeldungen, mit denen Investoren im vergangenen Jahr bombardiert wurden. Neben den Sorgen über eine allgemeine weltweite Konjunkturabschwächung und dem Handelskrieg zwischen den USA und China waren Anleger zudem mit regionsspezifischen Problemen konfrontiert: den "Gelbwesten"-Protesten in Frankreich und der politischen Unsicherheit in Großbritannien und Italien.

Positive Aussichten für Investoren
"Die treibenden Kräfte der Binnennachfrage sprechen unserer Meinung nach jedoch nach wie vor dafür, dass das Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone im Jahr 2019 um rund 1,5 Prozent wachsen wird", sagt Auger. Die Arbeitslosigkeit ist auf dem niedrigsten Stand seit sechs Jahren. Steigende Realeinkommen, das positive Konsumentenvertrauen und die guten Finanzierungsbedingungen deuten ebenfalls auf eine Stabilisierung hin.

Auch die jüngsten Zahlen zum Einkaufsmanagerindex und zum Konsumentenvertrauen zeigen eine Erholung von den Tiefstwerten von Ende 2018. "Das Wachstum mag sich verlangsamt haben, doch es ist nicht eingebrochen", so das Fazit der Kapitalmarkt-Strategin. (fp)