Seit 2016 war das Bild geprägt von den Erfolgsgeschichten der Wachstumsaktien. Vor allem Technologieunternehmen haben überdurchschnittliche Renditen erzielt. Und das, obwohl Unternehmen wie Tesla weniger mit ihren tatsächlichen Absatzzahlen als mit Krypto-Spekulationen überzeugen konnten. "Bei Growth-Aktien beruht der Wert eher auf zukünftigen als auf gegenwärtigen Gewinnen", sagt Lutz Neumann, Leiter Vermögensverwaltung der Sutor Bank. "Und zukünftige Gewinne werden bei höheren Renditen stärker auf die Gegenwart abgezinst, sind also heute weniger wert."

Jetzt, wo die Konjunktur allmählich wieder in Schwung kommt, ist auch die Zeit der klassischen Werte angebrochen. "Eine expansive wachstumsorientierte Fiskalpolitik hat die bisherigen stabilitätsorientierten Ansätze abgelöst", stellt Neumann fest. Das spielt den Value-Titeln deshalb in die Karten, weil sie nach wie vor die Basis einer jeden Volkswirtschaft bilden. Anleger tun laut Neumann stets gut daran, auch klassische Werte mit ins Portfolio zu holen. Denn ein Blick auf die langfristige Performance von Value-Titeln zeigt: In den letzten 46 Jahren performten sie mit einer Jahresrendite von 9,8 Prozent deutlich besser als der MSCI World Index mit 7,1 Prozent. "Die Gewinner unter den Anlegern sind stets diejenigen, die langfristig breit diversifizieren", so Neumann. (fp)