Vor rund zehn Jahren, am 15. September 2008, ging die US-Investmentbank Lehman Brothers pleite und sorgte damit für ein Beben an den Kapitalmärkten. Mit Blick auf diese Verwerfungen halten sich noch immer viele Anleger von Aktien fern, stellt die Sutor Bank fest. Dabei konnten Aktienanleger trotz der Finanzkrise in der vergangenen Dekade satte Gewinne erzielen.

Eine Analyse der Hamburger Bank zeigt: Wer Ende August 2008, also unmittelbar vor Eskalation der Krise, in den deutschen Aktienindex Dax investiert war und sein Investment bis heute gehalten hat, konnte sein Kapital beinahe verdoppeln. Zwischen Ende August 2008 und Ende August 2018 ist der Dax um 92,5 Prozent gestiegen.

Sparen vernichtet Kapital
Anleger haben sich deutlich langsamer von der Finanzkrise erholt als die Aktienmärkte. Im Zuge der Krise waren viele Investoren aus Aktien in Staatsanleihen geflüchtet. Erst seit vergangenem Jahr trauen sich wieder mehr Anleger an Aktieninvestments heran. "Viele Sparer, die sich vor einem Investment am Aktienmarkt schauen, verwechseln jedoch Schwankungen mit Risiko", sagt Dirk Wittich, Kapitalmarktexperte der Sutor Bank.

Noch immer gehören Sparbücher und Tagesgeldkonten zu den beliebtesten Anlageinstrumenten. Zu Unrecht, sagt Wittich: "Sparer, die sich mehr oder weniger ausschließlich am Geldmarkt in Form von Sparbuch oder Tagesgeldkonto engagieren, betreiben kontinuierliche Kapitalvernichtung. Dass das Geld durch die Inflation de facto immer weniger wird, weil die Kaufkraft kontinuierlich sinkt, wird gern ausgeblendet." (fp)