Die Preise für Oldtimer, die die Südwestbank in Stuttgart seit 2010 in einem Index abbildet, erfreuen sich großer Stabilität. Seit drei Jahren haben sie sich kaum verändert. Der Oldtimerindex OTX für 2019 fiel gegenüber dem Vorjahr um gerade einmal 0,23 Prozent. Der BMW 507, der von 1956 bis 1959 gebaut wurde, verteidigt seine Spitzenposition. Sowohl im Hinblick auf seinen Wert, der zum 1. Januar 2020 mit 1,725 Millionen Euro angegeben wird, also auch was seine Wertenwicklung in den vergangenen Jahren 15 Jahren betrifft: 812,7 Prozent.

Nach einigen Jahren rasanten Wachstums zeigt der OTX seit 2017 kaum mehr Veränderungen. "In den vergangenen drei Jahren haben sich die meisten Oldtimer, die im Oldtimerindex der Südwestbank aufgeführt sind, preislich kaum verändert", sagt Jens Berner, Oldtimer-Experte im Asset Management bei der mittelständischen Regionalbank. Dass der Index 2019 leicht zurückgegangen ist, liegt an einem größeren Preisrückgang für den Mercedes 190 SL.

 

 

 

 

 

 

 

Grundlage des Index sind Preise aus dem Markt
Der OTX bildet die Wertentwicklung von 20 Modellen der Autohersteller BMW, Mercedes, Opel und Porsche ab, ein VW ist nicht dabei. Grundlage der Auswertung sind Preisangaben des Fachmagazins "Motor Klassik". Der deutsche Aktien-Leitindex Dax stieg seit 2005 um 211,30 Prozent, der Euro-Stoxx-50 um 96,94. Der OTX hingegen legte seit 2005 um 452,69 Prozent zu. Oldtimer erwiesen sich damit als wertstabile Investition, schlussfolgert Berner.

Der Markt für historische Fahrzeuge erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit und wächst kontinuierlich. Am 1. Januar 2020 waren in Deutschland knapp 600.000 Oldtimer zugelassen, ein Anstieg um 10,9 Prozent im Jahresvergleich. Autos, die älter als 30 Jahre – und in gutem Zustand – sind, dürfen als historisches Kulturgut ein H-Kennzeichen führen. Damit haben sie sogar ohne entsprechende Plakette freie Fahrt in Umweltzonen.

Nur zur Beimischung empfohlen
Wer sich für einen Oldie als Investment interessiert, sollte darauf achten, dass sein Wert nicht einen zu großen Anteil am individuellen Vermögensportfolio ausmacht. Fünf bis zehn Prozent sollten nicht überstiegen werden, empfiehlt die Südwestbank. Außerdem rät Jens Berner, "aus Renditegesichtspunkten erst ab einem Preis von rund 100.000 Euro" zu einem Kauf. Darüber hinaus müssten regelmäßige Nebenkosten für Gutachten, Steuern, Versicherung, Garagenmiete, Wartung und Reparaturen berücksichtigt werden, die bei dem empfohlenen Einstiegspreis von der Südwestbank mit rund vier Prozent veranschlagt werden. (tw)