Wer seine Bankgeschäfte am liebsten in der Filiale abwickelt, muss immer weitere Wege in Kauf nehmen: Derzeit gibt es noch 28.000 Bank- und Sparkassenfilialen in Deutschland. Im Jahr 2007 waren es noch rund 40.000, zeigt eine aktuelle Studie der Deutschen Bank. Den Autoren zufolge ist diese Entwicklung vor allem auf die Digitalisierungswelle, den Urbanisierungstrend sowie Profitabilitätsprobleme der Banken zurückzuführen: "Mit der Umstellung von Zahlungsverkehrs-Dienstleistungen auf alternative Plattformen wie Geldautomaten und Online-Banking und dem Rückgang der Nachfrage nach physischem Bargeld in Zeiten wachsender Karten- und Mobilzahlungen haben die Filialen an Bedeutung verloren."

Dabei ist es nicht so, dass die Bundesbürger das Offline-Angebot der Geldhäuser überhaupt nicht nachfragen: Die Deutschen schätzen nach wie vor die traditionellen Wege, bei denen sie ihre Bankgeschäfte vor Ort in einer Filiale erledigen können, zeigt die Untersuchung. "Standardleistungen können über die Webseiten der Banken erbracht werden. Aber bei komplexen Entscheidungen und Produkten ist trotz der Verfügbarkeit von Online-Alternativen in der Regel eine persönliche Beratung notwendig", heißt es in der Analyse. 

Zu diesen Entscheidungen gehörten Kreditanfragen, Kontoeröffnungen, große Transaktionen, persönliche Finanzberatung, Altersvorsorgeplanung oder Beschwerden. Demnach besuchen fast 70 Prozent der Befragten mindestens einmal im Monat eine Bankfiliale. Das Ziel ist meistens der SB-Bereich, wo unter anderem die Geldautomaten stehen.

Hybride Lösungen als Modell der Zukunft
Kunden, die einen Konsumenten- oder Immobilienkredit aufnehmen möchten, zieht es häufiger in die Filiale als zum Beispiel Millennials oder weniger wohlhabende Deutsche. Überraschend: Fintech-Nutzer gehen fast doppelt so oft in eine Filiale wie Menschen, die die digitalen Dienste nicht nutzen – für die Autoren ein Zeichen, dass das klassische Bankgeschäft noch lange nicht am Ende ist. "Die Zukunft der Filialen wird wahrscheinlich in hybriden Lösungen liegen, bei denen Bankmitarbeiter und Technologie in einem gemeinsamen Portal zusammengeführt werden", heißt es in der Studie. (fp)