Robo-Advisors haben oft den Anspruch, besser und transparenter zu sein als menschliche Vermögensverwalter. Zumindest in den vergangenen zweieinhalb Jahren ist es Schweizer Digital-Depots allerdings nicht gelungen, traditionelle Vermögensverwalter oder simpel gestrickte Index-ETFs zu übertreffen, berichtet die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ). Das zeigt eine Studie des unabhängigen Anlageberaters Zwei Wealth Experts. Dieser hat die Performance diverser digitaler Anbieter mit rund 200 Schweizer Vermögensverwaltern verglichen. 

Der betrachtete Zeitraum von zweieinhalb Jahren sei zwar recht knapp bemessen, um ein abschließendes Urteil zu fällen, räumen die Studienautoren ein. Zudem sei die Stichprobe mit 18 ausgewerteten Strategien von fünf Robos relativ klein. Das Ergebnis ist jedoch eindeutig: Die Robo-Advisors haben im betrachteten Zeitraum ihr Ziel, traditionelle Vermögensverwalter zu schlagen oder wenigstens mit ihnen gleichzuziehen, klar verfehlt. Nur acht Robos schnitten besser ab als der Median der Vergleichsgruppe. Das sind 44 Prozent. Um mit den menschlichen Anlegern gleichauf zu sein, hätte die Hälfte den Median schlagen müssen.

Durchschnittliche Renditen sind mau
Bei den durchschnittlich erzielten Renditen der Robos sieht es ebenfalls mau aus. Nach Abzug aller Kosten lagen die Robo-Depots jährlich im Schnitt um ganze zwei Prozentpunkte hinter dem Markt und immerhin noch einen Prozentpunkt hinter dem Durchschnitt der herkömmlichen Vermögensverwalter.

Einerseits liege es daran, dass zwei von fünf Robo-Advisors doch taktische Wetten eingegangen sind, obwohl sie damit werben, eben genau das nicht zu tun, sagt Patrick Müller von Zwei Wealth Experts: "Das hat ein Stück weit Performance gekostet." Andererseits seien während der Anlagezeit etliche Entscheidungen zu treffen gewesen, bei denen die Robo-Advisors kein allzu glückliches Händchen bewiesen haben. 

Ergebnis passt ins Bild
Das Ergebnis der Auswertung dürfte für Beobachter des Robo-Marktes wenig überraschend sein. Denn die Zunft der voll- und halbautomatischen Vermögensberater kann auch in Deutschland nicht überzeugen. Das zeigte jüngst erst wieder die gerade gestartete vierte Testrunde des Echtgeld-Checks der Online-Plattform Brokervergleich.de. Auch hier konnten viele Robo-Depots nicht überzeugen. (fp)