Eine aktuelle Studie von Global Data verweist eine immer noch weit verbreitete Ansicht ins Reich der Fabel. Demnach ist es keineswegs so, dass die gerne als Generation Z bezeichnete Alterskohorte der 18- bis 24-Jährigen auf ein solides Finanzmanagement verzichten würde. Die Ergebnisse der jüngsten Analyse von Global Data, für die das Haus über 43.000 Teilnehmer weltweit befragt hat, zeigt, dass über 60 Prozent der Angehörigen dieser Generation sich mehr fürs Sparen als fürs Prassen interessieren.

"Rasant steigende Bildungskosten, ein Mangel an gut bezahlten Arbeitsplätzen, größere Arbeitsplatzunsicherheit und höhere Immobilienpreise haben die Generation Z veranlasst, ihrer langfristigen finanziellen Sicherheit mehr Aufmerksamkeit zu schenken", erklärt dazu Sean Harrison, Finanzanalyst bei Global Data. Knapp die Hälfte der Befragten habe dabei bestätigt, dass sie im Umgang mit Finanzen auf kompetente Beratung und Unterstützung angewiesen seien. "Das ist eine regelrechte Aufforderung an Banken, sich aktiv um diese Kundengruppe zu kümmern", so Harrison. Die Geschäftsstrategie einer Bank für Privatkunden dieser jungen Generation sollte sich seiner Ansicht nach deshalb auf die Förderung von Sparinstrumenten konzentrieren statt auf Kreditkartenangebote.

Drei von fünf jungen Menschen bevorzugen eine traditionelle Beratung
Und noch einen aufschlussreichen Aspekt hat die Studie zu Tage gefördert: Auch wenn die Generation Z oft als technisch versierteste aller Zeiten bezeichnet wird, bedeutet das nicht, dass junge Menschen automatisch eine Art Präferenz für digitale Kanäle mitbrächten. Drei von fünf Befragten aus der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen bevorzugen laut der Studie traditionelle Bankdienstleistungen gegenüber dem Komfort und der Geschwindigkeit digitaler Dienste. "Einer der Gründe dafür ist die sehr reale Sorge der Generation Z um Online-Sicherheit und Datenschutz", so Harrison. "Rund 73 Prozent der von uns befragten Studienteilnehmer gaben an, dass diese Faktoren für sie wichtiger sind als digitaler Komfort und Schnelligkeit."

Harrison vermutet dahinter eine Reaktion auf die Enthüllung von Datenschutzverletzungen durch große Social-Media-Plattformen, womit am ehesten Facebook gemeint sein dürfte. Harrison zieht daraus den Schluss: "Banken, die innovative digitale Produkte und Dienstleistungen auf der Grundlage von Verbraucherdaten anbieten wollen, müssen sicherstellen, dass sie über eine klar definierte Strategie zu Datenaustausch und -kommunikation verfügen." (hh)