In seiner letzten Plenarwoche vor der Sommerpause hat der Nationalrat unter anderem eine Senkung des Eingangssteuersatzes beschlossen. Ab einem Bruttoeinkommen von 11.000 Euro werden dann nicht mehr 25 sondern 20 Prozent abgezogen. Den Bürgern sollen damit bis zu 350 Euro mehr am Konto bleiben. Die Senkung hatte bereits in der türkis-blauen Vorgängerregierung für das Jahr 2021 auf dem Plan gestanden und war in das Regierungsprogramm der jetzigen türkis-grünen Regierung übernommen worden. Nun wurde die Maßnahme als einer der Bausteine im Covid-19-Hilfspaket vorgezogen.

Nur in wenigen OECD-Ländern höhere Belastungen
Trotz dieser Senkung bleibt es dabei, dass die Belastung des Faktors Arbeit nur in wenigen OECD-Ländern höher ist als in Österreich. Darauf macht die Agenda Austria in einer Aussendung aufmerksam. Die folgende Grafik zeigt – unter Berücksichtigung der beschlossenen Senkung der ersten Tarifstufe –  die Lohndifferenz eines österreichischen Durchschnittsverdienders, der bei Vollzeitbeschäftigten rund 3.500 Euro Bruttogehalt bezieht.

 

Unter der Annahme, dass die Arbeitsleistung so belastet wäre wie beispielsweise in Irland, könnte man sich monatlich über 730 Euro netto mehr freuen. Käme das deutsche Steuersystem hierzulande zur Anwendung, hätte ein österreichischer Durchschnittsverdiener hingegen monatlich rund 100 Euro weniger am Konto.

Inklusive der Leistungen für Familien ergibt sich ein anderes Bild
Anders sieht die Verteilung hingegen aus, wenn man Leistungen für Familien einkalkuliert. Hier steigen die Bürger in vielen Ländern deutlich schlechter aus, als in Österreich. Etwa in Belgien, wo es monatlich für eine Familie mit zwei Kindern 502 Euro weniger gibt. Die Bandbreite ist dabei enorm. So erhalten dänische Familien mit zwei Kindern um 875 Euro monatlich mehr, wie die Agenda Austria ausrechnet. (eml)