Im Mai verkaufen, im September wieder einsteigen – das rät eine bekannte Börsenregel. Nur: Hat sich die "Sell in May and go away"-Strategie in der Vergangenheit bewährt? Das Fondsmanagement des HQT Global Quality Dividend hat die griffige Binsenweisheit auf den Prüfstand gestellt und anhand historischer Daten für die Performancevariante des amerikanischen S&P500-Index errechnet, in welchen Perioden Investoren mit dieser Strategie besser gefahren sind – und wann es bessere Monate für eine kalendarische Anlagepause gegeben hätte.

Quelle: HQ Trust

Das Ergebnis: Grundsätzlich trifft die Börsenregel zu. In den vergangenen 150 Jahren haben die Monate September und Mai Investoren keine Rendite, sondern nur ein erhöhtes Risiko gebracht. "Waren Anleger im Zeitraum von Mai bis September nicht investiert, hätte ihre Performance immerhin bei 6,3 Prozent p.a. gelegen", teilt der Asset Manager mit. Aus Renditesicht wäre allein besser gewesen, die fünf Monate von Februar bis Juni auszulassen. Dann hätte die Rendite 6,5 Prozent jährlich betragen.

Halten ist Trumpf
Wer dagegen auf die XL-Version der Börsenregel setzte und nach dem Verkauf im Mai im Hebst wieder einstieg ("…but remember to come back in September or better November"), fuhr deutlich schlechter. In diesem Fall lag die Performance bei 4,6 Prozent.

Am besten wäre es für Investoren allerdings gewesen, Ruhe zu bewahren und überhaupt nicht zu verkaufen. Über den gesamten Zeitraum seit dem Jahr 1872 lag die Wertentwicklung bei 9,2 Prozent. (fp)