Institutionelle Investoren verlieren immer mehr das Vertrauen in die Kapitalmärkte. Im August sank der State Street Investor Confidence Index (ICI) um 8,7 Punkte auf 75,9 im Vergleich zum Vormonat. Dabei zieht sich das Stimmungstief durch alle Regionen der Welt: Der ICI für Nordamerika fiel von 80,3 auf 72,3, der ICI für Europa von 98,6 auf 89,0 und der ICI für Asien von 91,8 auf 89,2.

Gründe für die miese Laune der Profis gibt es laut State Street einige: Die Regierungskrise in Italien zum Beispiel, der Brexit oder die schwächelnde Konjunktur. Auch die Geldpolitik der Zentralbanken sorgt derzeit für wenig Freude: "Die Unsicherheit in der Geld- und Außenhandelspolitik verringert die Risikobereitschaft. Anleger beobachten die Veränderungen der Zinserwartungen nach der diesjährigen Federal-Reserve-Konferenz in Jackson Hole genau", sagt Rajeev Bhargava, Geschäftsführer bei State Street Associates, dem Marktforschungsunternehmen von State Street Global Exchange.

Wert von 100 ist normal
Der Investor Confidence Index misst die Risikobereitschaft der Investoren, in dem er die tatsächlich getätigten Käufe und Verkäufe berücksichtigt. Damit unterscheidet er sich grundlegend von umfragebasierten Analysen. Ein Wert von 100 ist neutral; dies ist der Wert, bei dem Investoren ihren langfristigen Anteil an risikoreichen Anlagen weder erhöhen noch verringern. Entsprechend haben Investoren im August rund um den Globus das Risiko in ihren Portfolios reduziert. (fp)