Starinvestor mahnt: Anleger unterschätzen KI-Risiken
KI verändert die Investmentwelt – und erhöht zugleich die Unsicherheit. Oaktree-Mitgründer Howard Marks hebt die Risiken falscher Einschätzungen hervor und sieht Parallelen zu früheren Boomphasen.
Künstliche Intelligenz (KI) macht die Welt nach Einschätzung des Großinvestors Howard Marks unberechenbarer als je zuvor. "Die meisten Menschen im Investmentgeschäft legen ihr Vorgehen auf Basis dessen fest, was sie für wahrscheinlich halten", sagte der Mitgründer von Oaktree Capital Management am Dienstag (17.3.) im Interview mit "Bloomberg TV" (Video im Anschluss) auf der Capital Markets Industry Conference in New York. "Das reicht nicht aus."
KI verstärkt Unsicherheit
Die gleiche Kraft, die der KI ihre Bedeutung verleiht, sorge auch für Unvorhersehbarkeit darüber, was sie tun werde – oder nicht – und in welchem Ausmaß sie Arbeitsplätze ersetzen könnte, sagte er. Zudem schüre KI bei Investoren Sorgen über private Märkte und deren vergleichsweise geringe Transparenz.
Parallelen zu früheren Boomphasen
Marks sagte, er habe im Laufe seiner Karriere zahlreiche Boom-und-Bust-Zyklen bei neuen Ideen erlebt. "Das Neue beflügelt die Fantasie und lässt sich leicht verkaufen. Und weil es neu ist, gab es nie die Gelegenheit, seine Schwächen in der Praxis zu sehen", so der 79-Jährige. "Es gab nie eine Stahlblase oder eine Hamburger-Blase. Aber bei neuen Technologien oder neuen Finanzinnovationen steigen die Menschen aufgrund eines Versprechens ein, ohne die Risiken zu verstehen."
Aktien statt Anleihen
Anleger seien wahrscheinlich besser beraten, Aktien eines auf KI fokussierten Unternehmens zu kaufen, anstatt ihm Geld zu leihen, erklärte Marks. "Wenn man grundlegende Geschäftsmodellrisiken eingeht – sollte man dann nicht dafür bezahlt werden, indem man Eigentümer ist statt ein Investor mit festverzinslichen Anlagen?", fragte er.
Folgen für Arbeitsmarkt und Praxis
Viele Menschen unterschätzten die Auswirkungen von KI, sagte Marks und verwies auf die Ankündigung von Jack Dorseys Fintech-Unternehmen Block im vergangenen Monat, 4.000 Stellen zu streichen, etwa die Hälfte der Belegschaft. "Wie viele Menschen auf der Welt verstehen die Tragweite davon?"
Zwar habe KI das Geschäftsmodell seines eigenen Unternehmens bislang nicht umgekrempelt. Er habe sie jedoch genutzt, um sein jüngstes Memo an Kunden zu verfassen. (mb/Bloomberg)














