Nach dem schwachen Börsenjahr 2018 sind die Kursniveaus an den Aktienmärkten niedrig. Beste Voraussetzungen für positive Überraschungen, ist sich Manfred Schlumberger, Leiter des Starcapital-Portfoliomanagements, sicher. Er ist mit Blick auf 2019 positiv gestimmt und rät Anlegern, den Blick auf Schwellenländer und Europa zu richten. Schlumberger will sich nicht auf das Glück verlassen, wenn es darum geht, den besten Einstiegszeitpunkt zu bestimmen. Er geht analytisch vor und sagt: "Wir orientieren uns an klassischen Bewertungskriterien, und die zeigen uns an, dass die Aktienmärkte Europas und der Schwellenländer günstige Einstiegsgelegenheiten bieten." 

Die wichtigsten Aktienindizes haben sich seit 2009 stetig aufwärts bewegt – bis 2018. Sollten sich die Kurskorrekturen nun fortsetzen, müssten institutionelle Investoren Aktienbestände verkaufen, denn die Risikobudgets schrumpfen. In der Folge müssten Trendfolger ebenfalls Aktien verkaufen. Die Börse neigt zu extremen Übertreibungen in beide Richtungen, betont Schlumberger. "Wo genau der Tiefpunkt ist, wissen wir nicht. Nur notorische Glückspilze und Lügner kaufen immer auf dem günstigsten Niveau", sagt er. 

Deeskalation des Handelsstreit lässt aufatmen
Eine große Chance sieht der Experte in der Deeskalation des Handelsstreits zwischen China und den USA. "Von aktuell bereits sinkenden Kapitalmarktzinsen in den USA, einem stabilen oder eher fallenden US-Dollar und einer Entspannung im Handelsstreit sollten die Aktienbörsen der Schwellenländer am meisten profitieren", sagt er.

In Europa ist es die ausgabenfreundliche Fiskalpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die den Starcapital-Manager positiv stimmt. Er betont, dass sich erst im Nachhinein zeigen werde, ob die Gelegenheit zum Einstieg aktuell wirklich günstig ist. Doch: "Langfristig war es nie verkehrt, auf solchen Bewertungsniveaus mit einem entsprechenden Anlagehorizont zu investieren." (fp)