In der Vergangenheit hatte Jamaika immer wieder erhebliche Probleme mit einer hohen Inflationsrate. In den frühen 1990er-Jahren lag diese kurzzeitig sogar bei 77 Prozent, 2008 waren es immerhin noch satte 22 Prozent. Mittlerweile ist die Teuerungsrate zwar deutlich gesunken (2018: 2,4 %), doch auch das macht die Bank of Jamaica nicht so richtig glücklich – sie strebt eine Rate von vier bis sechs Prozent an.

Seit Ende letzten Jahres veröffentlicht die jamaikanische Zentralbank daher Videos, in denen Reggae-Star Tarrus Riley erklärt, warum die Inflation so bedeutend ist. "Hohe Inflation ist eine schlimme Sache", groovt der US-jamaikanische Sänger. "Wir müssen sie wie die Sklaverei beseitigen". Zugleich sollen die Videos der Bevölkerung allerdings auch vor Augen führen, dass steigende Preise nicht immer schlecht sind. "Ist die Inflation zu niedrig, dann können wir nicht wachsen." Oder wie es in einem der Videos auch heißt: "Inflation ist nicht der Feind, solange wir sie kontrollieren können."

Ob die Video-Kampagne jedoch wirklich dabei helfen wird, ein breites Inflationsverständnis bei Jamaikas Verbrauchern zu entwickeln, darf aufgrund der bisher nur rund 10.000 Klicks auf Youtube jedoch bezweifelt werden. (mb)