"Der Abschwung in der verarbeitenden Industrie und im Export scheint einen Boden gefunden zu haben. Wir erwarten für Deutschland im verarbeitenden Gewerbe eine Wachstumsbeschleunigung“, erklärte Thomas Steinberger, CIO und Geschäftsführer von Spängler IQAM Invest anlässlich eines in Wien gehaltenen Markausblicks. "Anzeichen für Entspannung im Handelskrieg und starke Unternehmensergebnisse könnten zu neuen Höchstständen an den Börsen führen“, so Steinberger weiter.

Erwartete Zins- und Wechselkursentwicklung
Wieder bessere Konjunkturdaten und ein robuster Arbeitsmarkt in den USA ermöglichen laut Steinberger der Fed eine Pause bei den Zinssenkungen. Die Kerninflationsrate zeigte in den USA zuletzt einen relativ deutlichen Anstieg. In Europa hingegen sei noch keine Inflationsdynamik zu beobachten, weitere Zinssenkungen werden von der EZB dennoch schwer durchzusetzen sein, der Wiederstand der Kernstaaten im EZB-Rat wird immer größer.

Relativ zur Kerninflationsrate sind die Anleihenrenditen in den USA und der Eurozone außergewöhnlich niedrig. Auch die erwartete Realrendite zehnjähriger US-Staatsanleihen befindet sich auf relativ niedrigem Niveau. Im US-Dollar kann man aber bei Unternehmensanleihen mit vertretbarem Kreditrisiko weiterhin ausreichend Renditen erzielen – dabei sollten Währungsrisiken gegenüber dem US-Dollar aber gehedgt werden, da Spängler IQAM Invest eine etwas schwächeren US-Dollar gegenüber dem Euro in Höhe von etwa fünf Prozent im Jahr 2020 erwartet. "Eine spürbare Konjunkturerholung im Euroraum könnte im kommenden Jahr zu einer Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar und Japanischem Yen führen“, so Steinberger.

Aber auch Emerging Market Debt, sowohl in Lokal-, als auch Hartwährung sind noch immer interessant – wenn auch nicht mehr so stark wie im Jahr 2019. 2020 gewichtet die Spängler IQAM Invest weniger stark, wie ein Portfoliovorschlag oben in der Bildergalerie zeigt.

Niedrige Zinsen sprechen für Aktien
Die Aktienmärkte in Europa sind trotz des Erreichens neuer Höchststände relativ zu Anleihen attraktiv gepreist. Aber auch Schwellenländeraktien sollten auf den Kauflisten weit oben stehen. „Emerging Markets-Aktienmärkte zeigen seit vielen Jahren eine deutliche Underperformance zu US-Aktien und besitzen daher noch einiges an Potenzial zu Kurssteigerungen“, so die Prognose von Steinberger. Das Gleiche gilt für die Rohstoffpreise – viele Rohstoffpreise befinden sich noch immer unter den Niveaus von 2014. "Die Assetklasse Aktien sollte im Jahr 2020 mit Fokus auf Europa und Schwellenländer übergewichtet werden. Das US-Gewicht sollte neutral gehalten werden“, ergänzt Professor Josef Zechner, Mitglied der Wissenschaftlichen Leitung bei Spängler IQAM Invest.

Signifikante Cash- und Geldmarktinvestments sollten weitgehend vermieden werden, wenn man positive Renditen erzielen möchte. „Da in diesem Bereich weiterhin negative Zinssätze geboten werden und kein erheblicher Anstieg der Geldmarktzinsen im Euro zu erwarten ist“, sagt Zechner abschließend.

Welche vier Marktszenarien Spängler IQAM Invest für 2020 mit welcher Wahrscheinlichkeit erwartet und welche Ertragsprognosen für die einzelnen Assetklassen daraus resultieren, können Sie zusammen mit anderen interessanten Grafiken der oberen Bildergalerie entnehmen. (aa)