Das Onlineportal für Steuererklärungen in Frankreich ist am Montagabend zusammengebrochen. Die Erklärung der französischen Regierung: Es habe ein langes und sonniges Wochenende gegeben – und "zudem sicher etwas Prokrastination", so Haushaltsminister Gérald Darmanin laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ). Nachdem sie ihre Steuererklärung für 2018 so lang wie möglich aufgeschoben hatten, wollten 24 Stunden vor Ablauf der Frist vier Millionen Franzosen gleichzeitig auf das Onlinesystem zugreifen. 

Möglicherweise habe das System den Ansturm der Steuerzahler auch als Hackerangriff interpretiert, mutmaßt Darmanin. "Die Seite schützt sich, wenn es Millionen Aufrufe binnen weniger Minuten gibt." Steuerdaten seien aber keine verloren gegangen. Angesichts der technischen Schwierigkeiten war Darmanin bereit, den französischen Bürgern einen weiteren Aufschub zu gewähren: Sie haben nun bis Donnerstag (6. Juni) um Mitternacht Zeit, ihre Steuererklärung online zu erledigen. 

Online-Steuererklärung soll zur Regel werden
Wer auf das Ausfüllen papierner Formulare besteht, wird in Frankreich inzwischen systematisch benachteiligt: Steuerpflichtige mussten ihre Unterlagen bereits am 15. Mai abgeben und ein Bußgeld von 15 Euro zahlen. Ausnahmen gab es nur für jene, die nachweisen konnten, aus technischen oder persönlichen Gründen keinen Internetzugang zu besitzen. (fp)