Die Corona-Rezession hat die Arbeitsmärkte in Europa voll erfasst. Alleine in den fünf größten Volkswirtschaften Europas (Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien und UK) sind derzeit 40 Millionen Menschen auf Kurzarbeit, wie der wirtschaftsliberale Lobbyingverein Agenda Austria mitteilt. Prozentuell betrachtet liegt die Schweiz an der Spitze, gefolgt von Österreich.

In Österreich wurde das Modell der Kurzarbeit nach den Angaben für 1,3 Millionen Beschäftigte mit einem gesamten Fördervolumen von 9,99 Milliarden Euro beantragt. Die Kurzarbeit habe dazu geführt, dass die Arbeitslosigkeit nicht so dramatisch angestiegen ist wie in manchen anderen Ländern. Die Ökonomen des Vereins mahnen aber, dass Kurzarbeit bloß eine Überbrückungshilfe sei. Zwei drängende Fragen für den Arbeitsmarkt seien noch ungelöst, nämlich, wie der Übergang in die normale Beschäftigung unterstützt und wie die Entstehung neuer Jobs vorangetrieben werden werden kann.

 

In einer frisch veröffentlichten Studie warnen die Autoren Monika Köppl-Turyna, Dénes Kucsera und Lukas Sustala, dass die Stimmung unter den Wirtschaftstreibenden in Österreich und in ganz Europa aktuell sehr schlecht sei. Im letzten Konjunkturtest des Wirtschaftsforschungsinstituts liegen die unternehmerischen Erwartungen 36 Prozentpunkte unter dem langjährigen Durchschnitt – ein historisch einmalig niedriger Wert. "Selbst im März 2009 – dem Tiefpunkt der globalen Rezession 2008/2009 – lag der Wert noch bei Minus 26 Punkten. Derart pessimistische Erwartungen lassen nur einen Schluss zu: Es ist derzeit weder zu erwarten, dass Unternehmen stark investieren noch neues Personal anstellen werden", heißt es. (eml)