In einer aktuellen Untersuchung hat Pascal Kielkopf, Kapitalmarktanalyst bei HQ Trust, berechnet, wie lange ein Anleger vom jeweiligen Startpunkt aus im MSCI ACWI investiert sein musste, bis sich das eingesetzte Kapital verdoppelt hatte. Seine Analyse für den Zeitraum von Januar 1972 bis November 2025 zeigt: Es waren durchschnittlich 7,6 Jahre, auch wenn diese konkret wirkende Zeitspanne in der Realität so gut wie nie auftrat.

"In der Praxis entsprach die tatsächliche Dauer nur selten dem Mittelwert von 7,6 Jahren", erklärt Kielkopf dazu. "Tatsächlich variierte sie deutlich in Abhängigkeit vom Zeitpunkt des Einstiegs." Mal sei es blitzschnell gegangen, mal habe es eine halbe Ewigkeit gedauert, so der Experte über ein Zeitspektrum, das von zügigen Verdopplungen bis hin zu Phasen reichte, in denen Anleger viel Durchhaltevermögen brauchten.



Die schnellsten Verdopplungen und die längsten Durststrecken
"In der Praxis verlief die Verdopplung oft schneller als es die langfristige Durchschnittsrendite vermuten lässt", ergänzt Kielkopf. "Vor allem wegen starker Schwankungen an den Märkten." Die kürzesten Verdopplungen dauerten nach seinen Erkenntnissen nicht einmal zwei Jahre. Wer etwa im August 1982 oder im Juni 1995 eingestiegen sei, habe sich bereits nach kurzer Zeit über eine Verdopplung freuen können.

"Die längsten Durststrecken zogen sich über fast zwei Jahrzehnte", erklärt Kielkopf und nennt gleich ein besonders dramatisches Ereignis: "Anleger, die Anfang 2000 kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase investierten, mussten fast 20 Jahre warten, bis sich ihr Kapital verdoppelt hatte." Interessant auch: In den vergangenen zehn Jahren habe der Zeitraum für die Verdopplung meist deutlich unter dem Langfristschnitt gelegen.

Ratschlag des Experten
"Investoren sollten auch in schwierigen Phasen investiert bleiben", zieht Kielkopf als Resümee seiner Analyse. Selbst wer zu einem ungünstigen Zeitpunkt eingestiegen sei, habe sich langfristig über eine Verdopplung freuen können. Kielkopf: "Auch wer in extrem schlechten Marktphasen einstieg, erzielte trotz langer Wartezeit bis zur Verdopplung durchaus positive Erträge. Im schlechtesten Fall, bei 20 Jahren, waren das immer noch etwa 3,6 Prozent pro Jahr."

Der "perfekte" Einstiegszeitpunkt lasse sich ohnehin kaum finden, weiß der Analyst. Wer breit gestreut investiere und durchhalte, profitiere am Ende von der Entwicklung am globalen Aktienmarkt – auch wenn der Weg zur Verdopplung selten geradlinig verlaufe. (kb/hh)