Die Statistik Austria hat einen Blick auf die demografische Entwicklung in den kommenden Jahrzehnten geworfen. Demnach wächst das Land kräftig – getragen hauptsächlich durch die Zuwanderung. Bereits im ersten Quartal 2022 hat die Einwohnerzahl bedingt durch die Flucht vor dem Krieg in der Ukraine die Neun-Millionen-Schwelle überschritten.

Bis 2040 wird die Bevölkerung um 6,8 Prozent auf 9,66 Millionen Menschen wachsen. Mitte der 2050er Jahre soll dann die zehn Millionen-Marke erreicht sein. Bis 2080 erwarten die Experten ein Wachstum um 11,6 Prozent auf 10,55 Millionen.

2040: Zwei Erwerbsfähige kommen auf einen Pensionisten
Auch das lang bekannte Problem der alternden Gesellschaft wird in der Bevölkerungsprognose noch einmal in Zahlen gegossen: "Während 1950 auf eine Person im Pensionsalter noch sechs Personen im erwerbsfähigen Alter kamen, so sind es heute nur noch drei Personen und 2040 werden es nur noch zwei sein", sagt Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas. Das setze die umlagefinanzierten Sicherungssysteme wie Pensionen oder Gesundheit unter Finanzierungsdruck.

Die Geburtenrate schwächt sich deutlich ab. Bereits der Bevölkerungszuwachs von gut elf Prozent in den vergangenen 20 Jahren kam nur zu drei Prozent aus Geburten zustande. Der Hauptanteil entfiel auf die Migration. In den kommenden Jahren dürfte die Zahl der Sterbefälle über jene der Geburten steigen, so die Statistik-Austria-Analysten. Der Grund: Die starken Geburtsjahrgänge des Babybooms der 1950er und 1960er Jahre rücken in die höheren Altersklassen vor. Der Bevölkerungszuwachs der nächsten Jahrzehnte kommt demnach hauptsächlich aus der Migration.

Arbeitskräftemangel wird sich verschärfen
Das Klagen der Wirtschaft über den Arbeitskräftemangel dürfte mit Blick auf die Demografie anhalten: Bereits heuer soll die Zahl der Erwerbsfähigen (20 bis unter 65 Jahre) mit rund 5,5 Millionen Menschen den Höhepunkt erreicht haben. Dann schrumpft diese Gruppe bis 2040 um 244.000 Personen (minus vier Prozent). Ein Anstieg ist erst ab 2060 wieder zu erwarten.

In der Gesellschaft werden die über 65-Jährigen stark an Gewicht gewinnen. 2040 dürfte diese Gruppe um 45,5 Prozent, beziehungsweise rund 790.000 Personen größer sein als 2021. Ihr Anteil erhöht sich von 19,4 auf 26,1 Prozent im Jahr 2040.

Nur Kärntens Bevölkerung schrumpft
Regional wächst das Land sehr unterschiedlich. Wien legt migrationsbedingt überdurchschnittlich stark zu; mehr als ein Drittel der Zuwanderer siedelt sich hier an. Dadurch soll die Bundeshauptstadt bereits 2024 – wie zuletzt zu Beginn des 20. Jahrhunderts – die Zwei-Millionen-Marke überschreiten. In Kärnten ist hingegen, wie in vergangenen Jahren, mit Bevölkerungsverlusten zu rechnen. Spätestens 2025 soll das Bundesland im Ranking hinter Salzburg rutschen. (eml)