Der Goldpreis steigt und steigt. Nun warnen die ersten Experten vor einem Rücksetzer: So attestiert das Risikoradar der auf Sentiment-Messungen spezialisierten Investmentboutique Sentix dem Edelmetall ein hohes Rückschlagpotenzial. Das Risikoradar bewertet standardisiert die Faktoren Sentiment, Positionierung, Overconfidence, Abweichung vom gleitenden Durchschnitt und den Relative-Stärke-Indikator (RSI Indikator).

Gold notiert derzeit bei einem Wert von -2,1 Standardabweichungen. Ein derart niedriger Wert kam seit Beginn der Messungen nur fünfmal vor. Die Sentix-Experten haben nun den durchschnittlichen Verlauf des Goldpreises vor und nach dem Tag, an dem der Indikator einen Wert von -2 oder kleiner aufwies, betrachtet. Das Ergebnis: Damit eine so starke Risikolage entsteht, muss neben dem Sentiment und der Positionierung auch die mittelfristige Markttechnik stark überkauft sein. "Das ist selten und bedurfte in der Vergangenheit eines Anstiegs des Goldpreises von rund 20 Prozent innerhalb von 100 Handelstagen", schreiben die Experten.

Interessante Einzelfälle
Ein derart überhitzter Markt führte in der Vergangenheit binnen 20 Handelstagen zu einer durchschnittlichen Korrektur von zehn Prozent. Dieses Mal stieg der Goldpreis innerhalb von 90 Handelstagen um ca. 17 Prozent – Grund genug für den Indikator, Alarm zu schlagen. "Das Muster ist relativ typisch entstanden, deshalb sollte man auch von einer entsprechenden Korrekturgefahr in den nächsten vier bis sechs Wochen ausgehen", so die Analysten.

Allerdings geben sie zu: Die statistische Basis ist sehr klein. Fünf Ereignisse in 18 Jahren sei zu wenig, um eine valide Aussage zu treffen. "Andererseits geht es an der Börse und in der Sentimentanalyse meist um die interessanten Einzelfälle, die es einem Anleger ermöglichen, sich mit einer klugen Entscheidung von der Masse abzuheben." (fp)