Im laufenden Jahr dürfte die österreichische Wirtschaft um 1,6 Prozent gewachsen sein, rechnet die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hoch. Für 2020 wird jedoch eine Abschwächung auf 1,1 Prozent prognostiziert. Damit korrigieren die OeNB-Experten ihre Prognose vom Juni 2019 um 0,5 Prozentpunkte nach unten.

Grund für das sich verlangsamende Wachstum ist die internationale Konjunkturabschwächung. "Die exportorientierte heimische Industrie ist von dieser Entwicklung besonders betroffen", heißt es in einer Aussendung. Die exportierenden Firmen hätten den Rückgang des Welthandels und der deutschen Industrieproduktion bereits in den vergangenen Monaten deutlich gespürt.

Konsum und Bau stützen 
Dass sich die österreichische Konjunktur nicht stärker abschwächt, liege vor allem an der heimischen Nachfrage – insbesondere in der Konsumnachfrage und im florierenden Bausektor. In punkto Konsum hat die Politik kräftig nachgeholfen: "Die verzögerten Effekte des Familienbonus-Plus und die vom Nationalrat im Juli und September beschlossenen Maßnahmen stützen die Haushaltseinkommen insbesondere im Jahr 2020, heißt es.

Außerdem wirkt sich die weiterhin niedrige Inflation positiv auf die Realeinkommensentwicklung aus. Die HVPI-Inflation (Harmonisierter Verbraucherpreisindex) wird bei einem leicht ansteigenden Trend bei durchschnittlich 1,5 Prozent liegen, so die OeNB-Experten.

Bei den Wohnbauinvestitionen habe es heuer mit plus vier Prozent eine hohe Dynamik gegeben. Der Trend werde sich allerdings in den Folgejahren "etwas abschwächen". Erstes Anzeichen dafür sei ein Rückgang der Baubewilligungen.

Aufhellung folgt
Immerhin fällt der größere Blick wieder positiver aus: "Mit der unterstellten schrittweisen Erholung der Weltwirtschaft wird sich in den Folgejahren auch das Wachstum in Österreich wieder auf rund 1,5 Prozent beschleunigen", teilt die OeNB mit.

Österreich wird laut den Prognosen übrigens in den kommenden Jahren ein Budgetplus erwirtschaften. "Der gesamtstaatliche Budgetsaldo wird in den Jahren 2019 bis 2022 einen Überschuss aufweisen. Die Schuldenquote wird ausgehend von 74,0 Prozent des BIP im Jahr 2018 auf 63,4 Prozent des BIP im Jahr 2022 sinken", heißt es. (eml)