Der Aktienmarkt zeigt sich derzeit von seiner manisch-depressiven Seite. "Noch Ende des Vorjahres schien die Welt kurz vor dem Untergang zu stehen. Heute ist wieder alles bestens", schreiben Analysten der Schoellerbank in ihrem aktuellen Kapitalmarktausblick. Im September fiel der US-amerikanische Aktienindex S&P 500 um fast 20 Prozent, nur um kurz darauf genauso rasant wieder in die Höhe zu schießen. Die Schoellerbank-Experten üben sich angesichts solcher Eskapaden in Gleichmut: "Bei vielem, was wir nicht verstehen, ist es wohl klug, es so zu nehmen, wie es ist."

Nicht für jede Marktbewegung gibt es eine fundamentale Erklärung, betonen die Analysten. So sahen die Fundamentaldaten Ende vergangenen Jahres längst nicht so schwach aus, wie man angesichts der fallenden Aktienkurse hätte meinen können. "Fundamentale Fakten haben nur selten dazu getaugt, wichtige Trendwenden auf dem Aktienmarkt frühzeitig zu erkennen", heißt es von der Schoellerbank.

Markthysterie ist ansteckender als Masern
Anleger sollten sich klar machen, dass die Märkte oft übertreiben, raten die Marktspezialisten. "Ständig wird irgendein Thema hoch- oder runtergespielt. Der Markt reagiert auf Nachrichten, aber noch mehr reagiert er auf sich selbst." Konkret heißt das: Käufe ziehen weitere Käufe nach sich, und umgekehrt.

So entstehen Trends, die sich verfestigen und schließlich zu Exzessen mutieren. Derartige Zyklen wiederholen sich immer wieder. Das einzige Gegenmittel: Aktien zu günstigen Preisen kaufen und langfristig halten. (fp)