"Schlimmer als viele denken": Dimon sieht dunkle Wolken im Kreditmarkt
JP-Morgan-Chef Jamie Dimon warnt erneut vor Risiken im Kreditmarkt – insbesondere im boomenden Private-Credit-Segment. Trotz robuster Quartalszahlen prognostiziert er bei einer Abschwächung größere Verwerfungen als viele erwarten.
Jamie Dimon, Chef von JP Morgan Chase, hat erneut davor gewarnt, dass ein Abschwung im Kreditmarkt stärker ausfallen könnte als erwartet – selbst nachdem sein Institut und andere Wall-Street-Banken ein starkes Quartal verzeichneten, in dem sich die Kreditportfolios stabil hielten.
Gerade im Bereich Private Credit deute die große Zahl von mehr als 1.000 Anbietern darauf hin, dass nicht alle gut durch einen Abschwung kommen werden, sagte Dimon am Dienstag (28.4.) auf einer Konferenz von Norges Bank Investment Management.
Manche Unternehmen "mögen brillant sein, aber ich garantiere Ihnen, dass nicht alle 1.000 von ihnen es sind", so Dimon. "Meiner Ansicht nach haben wir deshalb und aufgrund der Kreditvergabestandards schon so lange keine Kreditrezession mehr erlebt. Wenn es also zu einer kommt, wird sie schlimmer ausfallen, als die Leute glauben." Und er fügte hinzu: "Es wird nicht schrecklich sein, es wird nur schlimmer sein, als die Leute im Bereich der privaten Kredite denken. Das mag übrigens auch für einige Banken zutreffen."
Keine systemischen Risiken – aber wachsender Markt
Während die Sorgen um den 1,8 Billionen US-Dollar schweren Private-Credit-Markt in den vergangenen Monaten zugenommen haben, hat Dimon wiederholt auf mögliche Probleme hingewiesen. In seinem Jahresbrief Anfang des Monats erklärte er, dass Private Credit "wahrscheinlich kein" systemisches Risiko darstelle – eine Einschätzung, die er am Dienstag bekräftigte.
Gleichzeitig zieht sich die Bank nicht aus dem Segment zurück. Der Asset Manager des Instituts spricht mit institutionellen Investoren darüber, mehrere Milliarden Dollar für eine Private-Credit-Strategie einzuwerben, die von den Firmenkundenbankern von JP Morgan generiert werden soll.
Inflation als "Stinktier auf der Party"
Dimon warnte zudem, dass geopolitische Spannungen wie der Iran-Krieg den Preisdruck erhöhen könnten, betonte jedoch, dass er sich aktuell keine Sorgen um die Inflation mache.
Zuvor hatte er bereits gesagt, Inflation könne sich als "Stinktier auf der Party" erweisen. "Meiner Ansicht nach gibt es viele inflationstreibende Faktoren, darunter der Iran-Krieg, die weltweite Wiederaufrüstung, der Infrastrukturbedarf und unsere Defizite", sagte Dimon. (mb/Bloomberg)




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