Rund fünf Monate nach der millionenschweren Entwendung von Geld und Wertgegenständen aus Bankschließfächern in Niederösterreich und Wien haben sich nun Banken und Kunden über eine Entschädigung geeinigt. Darüber berichtet das Portal ORF.at. Über die Höhe der Einigung wird geschwiegen.

Sieben Kriminelle hatten Mitte November 68 Schließfächer in der Raiffeisenbank Mödling, in einer Raika-Bankstelle in Döbling so wie in eine Filiale der Bank Austria in Klosterneuburg leergeräumt. Nach damaligen polizeilichen Erkenntnissen dürfte ein Schaden von 25 Millionen Euro entstanden sein. Genaue Angaben gibt es nach wie vor nicht.

Banken verneinten Haftung
Zwischen den Schließfachbesitzern, die Juwelen, Gold, Uhren und Bargeld deponiert hatten, entstand daraufhin ein Streit mit den Banken. Die Kreditinstitute sahen keine oder nur eine begrenzte Haftung bis zu 4.000 Euro. Konsumentenschützer und Anwälte führten hingegen mangelnde technische Standards der Banken ins Treffen, schließlich war es den Tätern gelungen, die digitalen Sicherungssysteme mit einfachen Methoden zu umgehen (unter anderem Video-Auslesung von Codes). Auch ging es um die Frage, ob es sich rechtlich um Banksafes oder Schließfächern handelte. In einem Schließfach dürfen in der Regel nur Bank-Papiere (Aktien, Sparbücher, sonstige Bankdokumente etc.) aufbewahrt werden, die aber für Unbefugte meist wertlos sind, da man auf sie nicht ohne weiteres zugreifen kann. Im meist teureren Safe hingegen kann man den Inhalt selbst bestimmen.  

Nachdem der "Verbraucherschutzverein" eine Klage angekündigt hat, scheint nun eine Einigung gefunden, wie ORF.at berichtet. Laut einer Sprecherin der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien (RLB NÖ-Wien) hätten sowohl die RLB NÖ-Wien als auch die Regionalbank Mödling "einen substanziellen Ausgleich zum Schaden ihrer Kunden geleistet und bereits entsprechende Vereinbarungen mit allen Kunden abgeschlossen". Man habe sich einen langen Streit mit Stammkunden ersparen wollen.

Stillschweigen über Vereinbarung
Die Rechtsanwälte Johannes Schriefl und Wolfgang Haslinger, die Geschädigte vertreten, bestätigten gegenüber der Tageszeitung Kurier, dass die Verhandlungen mit den beiden Banken abgeschlossen seien. Über die Höhe der Entschädigungszahlungen sei Stillschweigen vereinbart worden.

Ähnliche Vergleiche dürfte es bei der Bank Austria gegeben haben. Das Kreditinstitut teilte gegenüber noe.ORF.at mit, es seien "mit allen Kundinnen und Kunden rasch Lösungsgespräche geführt" worden. Grundsätzlich gebe man darüber hinaus keinen Kommentar zu Kundenbeziehungen und einzelnen Geschäftsfällen ab. (eml)