Der Betonklotz, den die Deutsche Bundesbank seit den 1960er-Jahren ihr Zuhause nennt, soll energetisch saniert und zeitgemäßer gestaltet werden. Und das lassen sich die Währungshüterin einiges kosten. Der neue Campus wird drei Bürogebäude, ein Konferenzzentrum, Sportstätten, eine Kita sowie einen Gastronomie-Pavillon umfassen und Platz für insgesamt 5.000 Mitarbeiter bieten. Laut Informationen des "Handelsblatts", die aus Notenbankkreisen hervorgehen, dürfte der Umbau noch erheblich teurer werden als der Neubau der Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB). Dieser kostete insgesamt 1,3 Milliarden Euro und sorgte 2014 für scharfe Kritik.

Beim Campus-Vorhaben geht es um "das größte Bauprojekt seit Bestehen" der Notenbank und "wahrscheinlich eines der größten Hochbauprojekte derzeit in Deutschland", zitiert die Wirtschaftszeitung den für den Bau zuständigen Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann. Die neue Zentrale soll laut aktuellem Kenntnisstand bis zu Beginn des kommenden Jahrzehnts fertiggestellt werden. Den Zuschlag für den entsprechenden Planungsauftrag hat das Baseler Architekturbüro Morger Partner ergattert. 

Noch viele Fragen offen
Ob die Pläne letztlich umgesetzt werden, steht noch in den Sternen. Viele Notenbank-Mitarbeiter haben in den vergangenen Monaten dauerhaft im Homeoffice gearbeitet. "Einiges spricht dafür, dass sie diese Möglichkeit auch künftig vermehrt nutzen wollen", schlussfolgert das "Handelsblatt". Dadurch würde sich der Bedarf an Büroflächen verringern, und das Prestigeprojekt müsste komplett neu konzipiert werden. Auch, wer all das letztlich entscheiden wird, ist ungewiss: Die Amtszeiten von Beermann und von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann enden in den kommenden Monaten. (fp)