Je näher die Rente rückt, desto weniger sollten Investoren ins Risiko gehen, lautet ein beliebter Ratschlag in der Altersvorsorge. Viele Menschen trennen sich mit zunehmendem Alter gar vollständig von Aktien. Thomas Hünicke, geschäftsführender Gesellschafter der WBS Hünicke Vermögensverwaltung GmbH aus Düsseldorf, hält das für einen Fehler. "Es spricht vieles dafür, auch im Alter auf Aktien zu setzen", sagt der Vermögensprofi.

Wenn deutsche Arbeitnehmer beispielsweise mit durchschnittlich 67 Jahren in den Ruhestand gehen, dann bleiben ihnen noch viele Jahre Zeit, um ihr Kapital für sich arbeiten zu lassen. "Der Anlagehorizont ist bei einer 20-jährigen Planung lang genug, um zumindest einen Teil des Vermögens aussichtsreich anzulegen", erklärt Hünicke. Das zeigt der Blick zurück: Ein breit gestreutes Aktienportfolio auf den deutschen Leitindex Dax brauchte Anlegern bei einer Einmalanlage und einem Anlagehorizont von 20 Jahren im Mittel 8,9 Prozent Rendite pro Jahr.

Wachstumsorientiert investieren
Hünicke rät Rentnern dazu, ihr Vermögen in einen Anlage- und einen Ausschüttungsteil zu trennen. Den Ausschüttungsteil sollten Ruheständler so sicher wie nur irgend möglich mit einer niedrigen Verzinsung anlegen, um daraus kurzfristiges regelmäßiges Einkommen zu erzielen. Der Teil des Vermögens, der erst in einigen Jahren benötigt wird, sollten sie dagegen in einem mehrstufigen Modell wachstumsorientiert investieren. (fp)