Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) untersagt dem deutschen Start-up "Rise", seine Krypto-Währung an Anleger auszugeben, berichtet das "Handelsblatt". Damit leitet die Bafin eine 180-Grad-Wende ein, denn erst vor wenigen Tagen hatten die Finanzaufseher einem anderen Anbieter von Krypto-Währungen dessen virtuelle Kapitalerhöhung durchgehen lassen – zum ersten Mal überhaupt.

Nun greifen die Finanzaufseher erneut hart durch, nach Meinung von Finanzexperten und Verbraucherschützern sei das auch höchste Zeit. Das bislang größte deutsche "Initial Coin Offering" (ICO) Envion war 2018 spektakulär gescheitert, weltweit hatten Skandale um veruntreute Anlegergelder die Krypto-Szene im vergangenen Jahr erschüttert. 

Zweifel an Seriösität
Bei Rise waren eine ganze Reihe von Gründen für das Durchgreifen der Bafin verantwortlich, so das Handelsblatt: Die Geschäftstätigkeiten der an Rise beteiligten Firmen wichen teilweise erheblich von den Angaben des Krypto-Unternehmens ab, nennenswerte Umsätze habe es seit Jahren nicht gegeben, der angebliche langjährige Erfolg mit KI-basierter Geldanlage sei für die Kapitalmarktkontrolleure nicht nachvollziehbar gewesen.

Zudem habe es personelle Überschneidungen mit dem Team um Envion gegeben – dessen ICO-Anleger immer noch auf die Rückzahlung ihrer angelegten Gelder warten. 100 Millionen Euro hatte Envion einsammeln wollen, bei Rise sollten es noch einmal 20 Millionen mehr werden. Daraus wird jetzt wohl nichts. (fp)