Österreich schlittert durch die Covid-19-Pandemie in eine tiefe, aber kurze Rezession. Das sagen Experten des Wirtschaftsforschungsinstituts Wifo. Die zur Eindämmung der Pandemie getroffenen Maßnahmen bewirken, dass die Wirtschaftsleistung heuer gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent sinkt. Das sei ein deutlich schmerzhafterer Einschnitt als durch die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise 2008/09, wie es in einer Aussendung heißt.

Immerhin scheine der Tiefpunkt bereits durchschritten zu sein, "die Rezession wird somit kurz sein", heißt es. 2021 dürfte sich die Wirtschaftsleistung wieder sehr dynamisch entwickeln, nämlich um 4,3 Prozent. Dennoch werde sie zu diesem Zeitpunkt insgesamt das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht haben. Das BIP lag 2019 bei 398,68 Milliarden Euro. 2021, so schätzt das Wifo, sollen es 395,96 Milliarden Euro sein.

"Tiefste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg"
"Die umfangreichen Restriktionen, die verhängt wurden, um die Ausbreitung der Covid-19-Infektionen zu begrenzen, haben eine weltweite Rezession zur Folge. In Österreich ist dies die tiefste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg. Sie resultiert aus dem gleichzeitigen Auftreten negativer Angebots- (Schließungsmaßnahmen) und Nachfrageschocks (ausgeprägte Zurückhaltung bei Konsum- und Investitionsausgaben, massiver Einbruch der Auslandsnachfrage)", so der Autor der aktuellen Wifo-Prognose Christian Glocker.

Durch die global schrittweise verlaufenden Rücknahmen der Einschränkungen werde sich die Weltwirtschaft nur zögernd erholen. In Österreich bleibe die Rezession im Wesentlichen auf das 1. Halbjahr 2020 beschränkt und sei damit vergleichsweise kurz, aber eben "ausgesprochen tief". Über die weitere Entwicklung bestehe hohe Unsicherheit so Glocker, der auf den unabsehbaren weiteren Verlauf der Pandemie verweist. (eml)