Interne Revisoren haben unter anderem die Aufgabe, unabhängig und objektiv die Prozesse im Unternehmen zu prüfen, dabei gegebenenfalls Missstände aufzudecken und Risiken früh zu erkennen. Viele Unternehmen würden einer funktionierenden Revision allerdings zu wenig Beachtung schenken, kritisierten Branchenvertreter anlässlich der Präsentation einer Studie für die branchenübergreifend 326 Unternehmer, Manager und Revisionsexperten befragt wurden.

Demnach sagten insgesamt 75 Prozent der Teilnehmer, dass es für eine unabhängige Prüfung mehr Rechte beim Zugriff auf Daten und Fachabteilungen geben sollte. Allerdings sahen das nur 45 Prozent der Eigentümer so. In der Praxis stoße die Unabhängigkeit der Revisoren aufgrund diverser Beschränkungen häufig an Grenzen, kritisieren Experten des Instituts für Interne Revision (IIA), aus deren Haus die Studie stammt. 

Berichte auch an den Aufsichtsrat
Bei der Frage, ob die – üblicherweise direkt der Geschäftsführung oder dem Vorstand unterstellten – Revisoren auch direkt an Aufsichtsgremien berichten sollten, ergab sich ein ähnlich zweigeteiltes Bild. Von allen Befragten sind 70 Prozent dafür, dass es eine direkte Schnittstelle zum Aufsichtsrat geben sollte. Von den Eigentümern wollen das aber nur 33 Prozent.

"Der Tatsache, dass Unternehmer und Top-Manager die Aufsichtsgremien offenbar nicht direkt informieren wollen, muss nachgegangen werden", sagt Gottfried Berger, Vorstandsvorsitzender des Instituts für Interne Revision. Hier könne auch ein Grund dafür liegen, dass "Missstände wiederholt zu spät ans Licht gekommen sind", so Berger. Besonders bei großen Unternehmen sollte ein direkter Anschluss der internen Revision an den Aufsichtsrat Standard sein, fordert er.

Finanzinstitutionen verpflichtet
In Österreich sind Banken, Kreditinstitute, Wertpapierhändler sowie Versicherungen und Pensionskassen zur Einrichtung einer Internen Revision gesetzlich verpflichtet. Für die meisten privaten Unternehmen basiert dies hingegen auf Freiwilligkeit. Das Revisionsinstitut will nun, dass sich das ändert.

Die Experten fordern unter anderem, dass es eine verpflichtende Interne Revision ab 250 Mitarbeitern oder ab einem Jahresumsatz von 50 Millionen Euro gibt. Ebenso verlangen sie einen Zugang zu Aufsichtsgremien, eine gesetzliche Verankerung für die Interne Revision und ein erweiterter Kündigungsschutz, um willkürliche Kündigungen nach kritischen Berichten zu verhindern. Auch sollte es mindestens einen Vollzeit-Revisor pro 500 Mitarbeiter geben, fordern die Experten. (eml)