Eine mögliche Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran dürfte laut RBC Capital Markets selbst im Falle einer Einigung nicht zu einer schnellen Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus führen.

Eine solche Vereinbarung werde "voraussichtlich nicht zu einer sofortigen Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs und zu umfangreichen Produktionsneustarts führen", schrieben Analysten um Helima Croft.

Ausfall von 450 Millionen Barrel droht
Stattdessen würde ein entsprechender Schritt nach aktuellen Schätzungen bedeuten, dass während einer möglichen 30-tägigen Verhandlungsphase weitere 450 Millionen Barrel Rohöl und Raffinerieprodukte ausfallen.

Während Schlagzeilen über ein mögliches Ende des Konflikts die Futures-Preise dämpfen, behindern sie zugleich "die notwendige Nachfragereduktion, um die gewaltige Angebotsstörung vor dem Sommer auszugleichen".

USA und Iran nähern sich an
Die USA und der Iran haben sich am Mittwoch (6.5.) einem neuen Vorschlag zur Beendigung des Kriegs angenähert, während US-Präsident Donald Trump nach einem Ausweg aus dem Konflikt sucht, der die Energiepreise in die Höhe getrieben und seine politische Position geschwächt hat.

Washington hat laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Person, die wegen der Sensibilität der Informationen anonym bleiben wollte, eine kompakte Absichtserklärung vorgelegt. Diese sieht vor, die Straße von Hormus schrittweise wieder zu öffnen und die amerikanische Blockade iranischer Häfen aufzuheben.

Detaillierte Verhandlungen über das iranische Atomprogramm sollen erst später im Prozess folgen. Eine Einigung sei bislang nicht erzielt worden, so der Insider.

Ölpreis gibt nach
Brent-Öl kostete am Donnerstagmorgen (7.5.) 101,91 US-Dollar und damit 0,6 Prozent mehr als am Vorabend. Am Mittwoch (6.5.) war der Preis des Nordsee-Öls um 7,8 Prozent gefallen, nachdem er am Vortag bereits um vier Prozent nachgegeben hatte. (mb/Bloomberg)