Die Stimmung an den Börsenplätzen ist schlecht, viele Marktteilnehmer erwarten Schlimmes für das Anlagejahr 2019. Helge Rechberger, Senior Director im Bereich Retail Research Management der Raiffeisen Bank International (RBI), gibt allerdings Entwarnung. Er sieht durchaus Chancen für den europäischen Aktienmarkt. Insbesondere, weil es aus seiner Sicht nicht so schlimm kommen wird, wie von vielen Investoren befürchtet. 

Rechberger relativiert insbesondere die aktuellen politischen Risiken. Zwar bilden sie weiterhin eine Gefahr für Börsenkurse, doch er schließt beispielsweise einen ungeordneten Brexit aus, also ein Ausscheiden Großbritanniens aus der EU ohne Vertrag. Er glaubt auch nicht, dass die Eurokrise wieder aufflammt, etwa ausgehend von Italien. "Weil wir auch etwaige Handelshemmnisse zwischen den USA und der EU als maßvoll einschätzen, erwarten wir einen fortgesetzten Konjunkturaufschwung, der überwiegend von der Binnenwirtschaft getragen wird“, sagt der RBI-Experte. 

Handelskonflikt würde Kurse maßgeblich beeinflussen
Käme wider Erwarten ein ungeordneter Brexit und der Handelskonflikt zwischen den USA und der EU flammte erneut auf, dann droht auch aus Rechbergers Sicht Gefahr für die Börsenkurse. "Insbesondere wegen der fehlenden Erfahrungswerte aus ähnlichen Situationen in der Vergangenheit“, sagt er. Anleger sollten seiner Meinung nach die politischen Risiken nicht ganz außer Acht lassen. Sein Rat: mittelfristig auf primär zyklische Sektoren und langfristig auf defensive Sektoren setzen. (fp)