Droht der Welt eine zweite Sars-Pandemie? Seit am Dienstag in Seattle bei einem Reisenden aus China das Coronavirus diagnostiziert wurde, sind Investoren in Aufruhr. Sie fürchten, dass sich die Lungenkrankheit ausbreitet und die wirtschaftlichen Aktivitäten bremst. Michael Spencer, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, mahnt dagegen zur Ruhe.

Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) sagte er, dass die Zahl solcher Epidemien wie Sars zwar in den vergangenen Jahren gestiegen sei, aber Asien gelernt habe, damit umzugehen. So habe China diesmal vorausblickend reagiert und die Weltgesundheitsorganisation frühzeitig eingeschaltet. Spencer hält es deshalb für unwahrscheinlich, dass das Coronavirus diesmal schlimmere Auswirkungen haben wird als vorangegangene Epidemien.

Luxusgüter-Hersteller unter Druck
Gleichwohl: Sollte sich das Virus ausbreiten, dürften zumindest einige Branchen zeitweise unter Druck geraten – allen voran Tourismus, Flugverkehr und Luxusgüter, schreibt das "Handelsblatt". Chinesische Touristen gelten als wichtige Kunden für Markenkleidung, Champagner oder teure Uhren. Die ersten Auswirkungen waren bereits am Dienstag zu erkennen: Die Aktien des Luxusgüter-Herstellers Kehring fielen um 2,1 Prozent, die von LVMH um 1,1 Prozent. In der Spitze verlor der gesamte Sektor um 15 Milliarden US-Dollar an Wert. (fp)