Diversifizierung ist Trumpf, das sollten gerade Anlageprofis eigentlich wissen. Der Blick in ihre Portfolios aber zeigt: Institutionelle Anleger in Deutschland investieren noch immer überproportional in ihrem Heimatland und im Euroraum. Das geht aus einer Analyse von Union Investment hervor. Die Investmentgesellschaft hat Spezialfonds mit einem Volumen von mehr als 1,6 Billionen untersucht, in die vor allem Großanleger wie Versicherungsunternehmen, Altersvorsorgeeinrichtungen oder Kreditinstitute investieren. 

Dabei spricht einiges für Investments jenseits des Euroraums. Zum einen bietet der europäische Anleihemarkt durch das anhaltende Niedrig- und Negativzinsumfeld weniger Ertragspotenzial als andere Regionen. Gleichzeitig weist der Aktienmarkt in Europa im internationalen Vergleich Defizite bei digitalen Technologien auf. Gerade in Zeiten wie diesen lassen Investoren Rendite liegen, wenn sie dieses Potential brach liegen lassen. "Die Corona-Pandemie beschleunigt die Digitalisierung. Dadurch wird der Rückstand Europas im Technologiesektor für Anleger noch stärker ins Gewicht fallen", sagt Philipp Brugger, Leiter der Investmentstrategie bei Union Investment. 

Besseres Chancen-Risiko-Profil
Die Studienautoren haben ein Portfolio mit hohem Grad an Internationalisierung mit dem Portfolio eines typisch deutschen Profi-Investors mit entsprechend geringer geografischer Diversifikation verglichen. Das Ergebnis: Das Weltportfolio bietet mit einem jährlichen Plus von 2,39 Prozent nicht nur bessere Renditeaussichten als das Status-quo-Portfolio mit 1,91 Prozent. Auch das Rendite-Risiko-Verhältnis weiß zu überzeugen. Diese Kennzahl misst die Rendite einer Wertanlage in Relation zum Risiko und beträgt beim Weltportfolio 0,50 Prozent. Das Status-Quo-Portfolio kommt auf 0,43 Prozent. (fp)