Die fetten Jahre sind vorbei: Im Jahr 2018 sind die Gewinne im Private Banking auf 13,5 Milliarden Euro zurückgegangen. Im Vorjahr hatten sie sich noch auf 14,7 Milliarden Euro beziffert. Das zeigt eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey, die der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) vorliegt. Für die erfolgsverwöhnte Branche ist es der erste Rückgang seit langem: "In den fünf Jahren vor 2017 sind die Gewinne im europäischen Private Banking im jährlichen Durchschnitt um sechs Prozent gestiegen", heißt es in der Studie.

Als einen Grund für den Rücksetzer identifizieren die Autoren die schlechte Entwicklung an den Kapitalmärkten vor allem im vierten Quartal 2018: Im Schnitt verloren Anleger an den Aktien- und Anleihemärkten rund sechs Prozent. Die verwalteten Kundenvermögen sanken um vier Prozent und die Gebühreneinnahmen um acht Prozent. Zuvor waren sie vier Jahre hintereinander jeweils um vier bis fünf Prozent gestiegen.

Niedrigzins lässt Margen dahinschmelzen
Hinzu kommen steigende Kosten und sinkende Margen. "Das Private Banking war lange das profitabelste Geschäft im gesamten Banking und hat mit sechs Prozent der Umsätze zwölf Prozent der Gewinne der Banken erreicht", zitiert die FAZ Philipp Koch, Seniorpartner bei McKinsey.

In Westeuropa gehen die Margen allerdings seit fünf Jahren zurück, weil gerade reiche Menschen noch immer viel Kapital auf dem Konto liegen lassen und die Banken dieses Geld dank der Niedrigzinsen nicht gewinnbringend anlegen können. Parallel dazu sind die Kosten nach Berechnungen von McKinsey in westeuropäischen Banken seit 2014 jährlich um zwei bis drei Prozent gestiegen. (fp)