Die derzeitigen Anlageentscheidungen von Comdirect-Kunden zeugen von weniger Optimismus, als es die gute Entwicklung des Dax vermuten ließe. Tatsächlich ließ der Brokerage-Index der Direktbank im Juni eher eine Seitwärtsbewegung erkennen. "Trotz des stark ansteigenden Dax hat der Brokerage-Index nicht im gleichen Maße mitgezogen. Die Anleger trauen der positiven Bewegung des Gesamtmarkts nicht", sagt Andreas Lipkow, Marktexperte bei Comdirect.  

Privatanleger agierten abwartend und entschieden sich vor allem für Einzelaktien oder aktiv gemanagte Fonds. Lipkow erklärt sich den Fokus auf Einzelwerten damit, dass sich Anleger stark an der Nachrichtenlage orientierten. "Klassische Standardwerte wie Daimler finden sich aktuell eher selten in den Top-Handelslisten", so der Experte. Gründe für die eher verhaltene Stimmung seien die Unsicherheiten durch den Handelsstreit zwischen China und den USA sowie der unklare Ausgang des Brexits. 

Kauflaune hat sich dennoch gebessert
Insgesamt sei im Juni aber durchaus Kauflaune vorhanden gewesen, zeigt der Index: Mit 103,7 Punkten im Brokerage Index kauften Comdirect-Kunden mehr Papiere im Vergleich zum Vorjahresdurchschnitt als sie verkauften. Besonders beliebt bei Aktienkäufern war das norwegische Unternehmen Nel Asa. Es verdrängte damit Wirecard vom ersten Platz. (fp)