Je mehr sich die Konjunktur in den USA abkühlt, desto lauter fordern einige Ökonomen und Politiker ein beherztes Einschreiten der US-Notenbank Fed. Sie soll die Zinsen weiter senken, um so der Wirtschaft wieder neuen Schwung zu verleihen, lautet die Forderung. Robin Anderson, Volkswirtin bei Principal Global Investors (PGI), warnt vor den Folgen einer solchen Politik. "Negativzinsen bringen in der Praxis keinen Nutzen, sondern sogar unerwünschte Effekte mit sich", sagt die Expertin.

Statt die Kreditvergabe anzukurbeln, würden Minuszinsen die Banken teils sogar dazu veranlassen, zögerlicher Kredite zu vergeben. Auch das Ziel, den Konsum zu stärken und Sparen unattraktiv zu machen, verfehle eine solche Politik, wie der Blick nach Europa zeigt. "In Europa haben sich die Sparquoten seit dem Aufkommen negativer Zinssätze kaum verändert, teils wurde sogar mehr gespart", sagt Anderson.

Blasengefahr steigt
Ob Negativzinsen die Inflation voranbringen, ist ebenfalls umstritten. In Japan sind die Inflationserwartungen sogar gesunken. Die Gefahren einer solchen Politik sind indes real – Stichwort "Zinsfalle". "Wenn die Fed im Angesicht einer Rezession irgendwann ebenfalls Negativzinsen einführen sollte, dann würde das für eine weitere Verzerrung der ohnehin schon hohen Bewertungen an den Märkten führen", sagt Anderson. Das Risiko von Preisblasen würde dann nochmals deutlich ansteigen. (fp)