Premiere: Japanischer Pensionsfonds plant Krypto-Investment
Kryptowährungen rücken in Japan weiter in das Anlageuniversum institutioneller Investoren vor. Ein betrieblicher Pensionsfonds will erstmals einen Teil seines Vermögens in digitale Assets investieren – begleitet von regulatorischen und strategischen Entwicklungen im Land.
Ein japanischer Pensionsfonds für kleine und mittlere Unternehmen will im Geschäftsjahr 2026 erstmals einen Teil seines Vermögens in Kryptowährungen investieren. Wie die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" berichtet, soll rund ein Prozent des verwalteten Vermögens in einen passiv gemanagten Fonds fließen, der mehrere digitale Vermögenswerte hält.
Der "Nationwide Business Corporate Pension Fund" mit Sitz in Okayama betreut rund 1.200 Unternehmen. Das verwaltete Vermögen beläuft sich dem Bericht zufolge auf etwa 21,3 Milliarden Yen, umgerechnet rund 130 Millionen US-Dollar.
Diversifikation im Blick
Dem Kryptoportal "Coinpost" zufolge verfolgt der Fonds mit dem Schritt vor allem das Ziel einer breiteren Diversifikation. Derzeit sollen rund 80 Prozent der Vermögenswerte in Yen investiert sein, weitere 15 Prozent in US-Dollar und fünf Prozent in anderen Währungen.
Die geplante Beimischung deutet darauf hin, dass institutionelle Investoren in Japan digitale Vermögenswerte zunehmend als alternative Anlageklasse betrachten. Kryptowährungen gewinnen im japanischen Finanzsystem seit einiger Zeit an Bedeutung.
Gesetzgeber ebnet den Weg
Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der Politik und Finanzbranche die Einbindung von Kryptowährungen in das traditionelle Finanzsystem vorantreiben. Am 11. Juni verabschiedete das japanische Unterhaus ein Gesetz, das Kryptoanlagen künftig dem "Financial Instruments and Exchange Act" unterstellen soll. Damit würden für digitale Vermögenswerte Vorschriften gelten, die stärker an die klassischer Finanzprodukte angelehnt sind.
Das Gesetz muss noch das Oberhaus passieren. Beobachter sehen darin jedoch einen möglichen Weg für die Einführung von Krypto-ETFs in Japan. Zudem könnte die Reform Forderungen nach einer pauschalen Besteuerung von Kursgewinnen aus digitalen Vermögenswerten mit 20 Prozent unterstützen. Derzeit liegt der Spitzensteuersatz bei bis zu 55 Prozent.
Finanzbranche entwickelt neue Angebote
Auch japanische Finanzinstitute arbeiten an neuen Zugängen zu digitalen Vermögenswerten. Die SBI Shinsei Bank testet derzeit ein Bonusprogramm für Einlagenkunden. Die ausgegebenen Gutscheine können gegen Bitcoin, Ether oder XRP eingelöst werden. Eine dauerhafte Einführung ist für den Herbst geplant.
Zudem hat Metaplanet, der größte börsennotierte Bitcoin-Halter Japans, am 12. Juni die Übernahme von Siiibo Securities für 2,1 Milliarden Yen vereinbart. Das Unternehmen will damit den Aufbau und Vertrieb von renditeorientierten Bitcoin-Produkten über eine neu geschaffene Wertpapiergesellschaft vorantreiben. (mb)













